Grünes Kraftpaket

Pflanzen, die häufig als Unkraut bezeichnet werden, offenbaren bei näherer Betrachtung ihre Energie und ihre wertvollen Inhaltsstoffe an Vitaminen und Spurenelementen. Mit einem Küchen- oder Smoothie- Mixer, einer Hand voll Kräutern und gutem Wasser lässt sich schnell ein Getränk herstellen, das der Frühjahrsmüdigkeit entgegenwirkt.

Bei den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr zieht es die Menschen in die Natur und in ihre Gärten. Ungeduldig werden die ersten Triebspitzen der Pflanzen erwartet, doch bereits unter der Schneedecke haben sich ungebetene Gäste, häufig als Unkräuter bezeichnet, breit gemacht. Anstelle mit Schaufel und Harke diese Pflanzen zu entfernen, lohnt es sich diese kleinen Kraftpakete näher zu betrachten und den eigenen Blickwinkel zu ändern.

Die Vogelmiere, Stellaria media, kann zu jeder Jahreszeit geerntet werden und enthält viele Inhaltsstoffe, wie Chlorophyll, Vitamin C und zahlreiche Mineralien. Sie gehört zu den Grünpflanzen, die bei keiner Frühjahrskur fehlen sollte, da ihr blutreinigende und entwässernde Eigenschaften zugeschrieben werden. Die Samen der Pflanze behalten ihre Keimfähigkeit über 60 Jahre und spiegeln die hohe Widerstandskraft der Pflanze wieder. Der Löwenzahn, Taraxacum officinale, hat schon manchen Gärtner kapitulieren lassen. Er enthält viele Bitterstoffe, die bei Kulturpflanzen weitgehend aus geschmack- lichen Gründen herausgezüchtet wurden, zum gesundheitlichen Nachteil, denn gerade diese Inhaltsstoffe regen die Produktion der Verdauungssäfte an und somit auch den Stoffwechsel. Pflanzen, die häufig als Unkraut bezeichnet werden, offenbaren bei näherer Betrachtung ihre Energie und ihre wertvollen Inhaltsstoffe an Vitaminen und Spuren- elementen. Mit einem Küchen- oder Smoothie-Mixer, einer Hand voll Kräutern und gutem Wasser lässt sich schnell ein Getränk herstellen, das der Frühjahrsmüdigkeit entgegen wirkt. Auch die Brennnessel, Urtica dioica, gehört in die Reihe der Frühjahrskräuter. Ihr hoher Gehalt an Kieselsäure sorgt für gutes Bindegewebe, schöne Haut, kräftige Haare und Nägel. Das enthaltene Eisen wirkt blutbildend und wirkt somit der Müdigkeit entgegen. In jedem Garten, aber auch an Wegesrändern findet sich der Spitzwegerich, Plantago lanceolata, der neben vielen anderen Inhaltsstoffen Schleimstoffe und Enzyme enthält. Diesen wird eine Heilwirkung bei unbestimmten Magenproblemen und bei Husten zugeschrieben. Weniger bekannt, aber stark in der Reizwirkung und Anregung vieler Körperorgane ist die Gundelrebe, Glechoma hederacea. Die Pflanze erkennt man am charakteristischen Duft beim Zerreiben der Blätter, er erinnert an Schafwolle.

Auch ohne eigenen Garten finden sich diese Kräuter auf Wiesen, Wald- und Wegesrändern, ohne dass der Mensch sie angesät hat. Sie suchen sich ihren Lebensplatz selbst aus, fliegen als Samen an und strotzen daher vor Gesundheit und Lebensenergie. Sie besitzen hohe Werte an Vitaminen und Spurenelementen und bieten sich als natürliche Nahrungsergänzung an. Aber nur Pflanzen ernten, die man sicher erkennt und die möglichst weit von Straßen und frisch gedüngten Feldern entfernt sind. Wenige Blätter pro Pflanze genügen, um die wertvollen Inhaltsstoffe als Frühjahrskur zu nutzen. Nach der sorgfältigen Wäsche einfach in den Mixer geben, Wasser zugeben und zerkleinern. Anschließend durch ein Haarsieb seihen und sofort in kleinen Schlucken trinken. Den grünen Trunk sollte man nüchtern vor dem Frühstück oder dem Mittagessen zu sich nehmen, da die Mineralstoffe und Vitamine so am besten aufgenommen werden. In Verlauf des Frühjahres können weitere Pflanzen das Getränk bereichern, wie Giersch, Lindenblätter, Johannisbeerblätter, Melisse, Borretsch, Petersilie, Minze… Mittlerweile bin ich süchtig nach diesem Getränk und spüre die wohltuende Wirkung. Wenn mein Mann den Gärten mähen möchte, werde ich gefragt:  “darf ich oder bist du noch am ernten?“

Die Autorin: Petra Haider-Marohl
Petra Haider-Marohls Herz schlägt schon seit Jahrzehnten für Pflanzen. Seit ihrer Ausbildung zur Kräuter-Expertin experimentiert sie mit Leidenschaft mit der Heilkraft von Wildkräutern.

 

 

 

 

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Bildnachweis: Titelfoto Vogelmiere, Fotalia, Joachim; Foto Autorin: Vincent Marohl

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