Herzensthema von Elisabeth Menzel:

Grüne Smoothies in aller Munde

„Igitt!“, ruft mein Bruder und schaut angewidert auf das Glas in meiner Hand. Ja, okay. Mein Frühstücks-Smoothie ist grün. Knallgrün. Aber meines Bruders Entsetzen bei der ersten Begegnung mit diesem Getränk scheint mir nun doch etwas übertrieben. „Das Zeug sieht aus wie Slime“, empört er sich. (Vor Jahren war Slime mal ein beliebter Scherzartikel – ein glibberiger, grüner, künstlicher Batzen Schleim im Plastikbecher.) Interessanterweise habe ich mit meiner Begeisterung für grüne Smoothies nicht nur meine Eltern angesteckt. Sogar meine Brüder trinken sie nach anfänglicher Skepsis mittlerweile gern.

Aus einem Phänomen, das noch bis vor kurzem in die Freak-Ecke gestellt wurde, ist inzwischen ein Trend geworden. Grüne Smoothies sind in aller Munde: Hollywood-Größen bekennen sich zu ihnen, hippe Großstadtbars setzen sie auf die Karte und jede Frauenzeitschrift bringt die obligatorische Rezeptsammlung. Doch was steckt hinter der grünen Flüssigkeit? Zunächst mal eine Frau: Die gebürtige Russin Victoria Boutenko soll die grünen Smoothies Mitte der 1990er Jahre erfunden haben, als sie aus gesundheitlichen Gründen mehr Grünzeug in ihre Ernährung aufnehmen wollte. Und was ist drin? Früchte, grünes Blattgemüse und Wasser – sowie bei Bedarf Gewürze und Kräuter oder Wildkräuter. Im Hochleistungsmixer entsteht aus den Zutaten ein cremiges Getränk. Das englische Wort „smooth“ bedeutet übrigens soviel wie „glatt, geschmeidig“.
Ich gebe zu: Ich bin süchtig – und zwar nicht erst, seit die „Grünis“ in Mode sind. Schon seit Jahren macht mein Mixer allmorgendlich einen Höllenlärm in meiner Küche und beschert mir ein rundum gesundes und auch noch leckeres Frühstück.

Grüne Smoothies enthalten eine Fülle an Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen, Antioxidanzien und Chlorophyll. Man schreibt ihnen eine ganze Reihe positiver Eigenschaften zu. So sollen sie beim Abnehmen helfen, für ruhigen Schlaf sorgen, den Körper basisch machen und das Immunsystem stärken.

Mixen Sie doch einmal selbst! Hier ein beliebtes Einsteigerrezept:
Eine geschälte Banane, drei entkernte, geviertelte Äpfel, zwei große Handvoll Babyspinat, eine Prise gemahlene Vanille, 500 ml kaltes Wasser. Im Mixer cremig pürieren und in schönen Gläsern servieren. Trinken Sie Ihren Smoothie am besten auf nüchternen Magen, etwa als vitaminreiches Frühstück. So ist er am verträglichsten. Wer es sich leisten kann, verwendet Bio-Zutaten und ein gutes, lebendiges, stilles Wasser aus der Flasche.
Na dann: Santé!

Elisabeth Menzel ist Expertin für essbare Wildkräuter. Zudem liebt sie die Vielfalt der veganen Rohkostküche und kreiert täglich neue Smoothie-Varianten.

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