Selber färben mit Pflanzenhaarfarben

Natürliche Pflanzenhaarfarbe hat eine Reihe von Vorteilen: Die Haare werden kräftiger, sie glänzen natürlich und es ist nicht so auffällig, wenn man mal nicht mit dem Färben nachkommt, da keine direkten Ansätze wie bei Chemiefarben entstehen. Die Frankfurter Friseurin Nur Milor gibt Tipps, worauf man beim Selberfärben achten sollten.

Nur Milor arbeitet bereits seit rund 40 Jahren als Friseurin. Als ehemalige Ausbilderin eines großen Haarkosmetik-Herstellers hat sie schon viele Trends kommen und gehen sehen. Seit mehr als als neun Jahren bietet sie, auf Wunsch der Kunden, auch das Färben mit Pflanzenhaarfarben an. Von den damit erzielbaren Ergebnissen ist sie so überzeugt, dass sie mittlerweile 95 Prozent Pflanzenfarben statt Chemie verwendet. „Und ständig kommen neue Kunden hinzu, die Pflanzenhaarfarben wünschen“, so freut sich die in Frankfurt einen Salon betreibende Friseurin. Schon in ihrer Jugend in der Türkei hatte Nur Milor Erfahrung in der Anwendung von Henna gesammelt. Auch heute noch verwendet sie Henna, wenn es darum geht, Rottöne auf die Köpfe ihrer Kundinnen zu zaubern. Doch Pflanzenfarben können viel mehr, als Färbungen mit Rotstich zustande zu bringen. Heutzutage werden mit Hilfe von Pflanzenhaarfarben eine ganze Reihe natürlich wirkender Haarfarben möglich – von blond bis dunkelbraun oder schwarz. Und das, selbst wenn das Originalhaar bis zu 100 Prozent aus grauen Haaren besteht.

Tipps fürs Färben
Bei Personen, die noch keine Erfahrung mit Pflanzenhaarfarben haben, empfiehlt Nur Milor beim ersten Mal die Beratung durch Fachpersonal. Es geht vor allem darum, den passenden Farbton für den jeweiligen Haut- und Haartyp zu finden und das ist oft eine Mischung aus Standard-Farbtönen (siehe auch Kasten: Das Farbspektrum für jeden Typ). Ist der richtige Farbton gefunden, dann kann sich die Kundin damit in der Folge auch mit dem Selberfärben versuchen. Zunächst wird das Farbpulver angerührt aus einem Teil Farbpulver und 3 Teilen heißes Wasser (50 bis 60 Grad). In Sachen Anrühren geben fast alle Hersteller unterschiedliche Empfehlungen. Bei einigen Herstellern kann man die angegebene Flüssigkeit durch Rotwein, Apfelessig oder schwarzen Tee ersetzen oder sogar Haaröl in die Farbe mischen. Ist die Farbe angerührt, werden die Haare mit einem milden Shampoo gewaschen. Wenn die Farbe auf eine angenehme Temperatur herunter gekühlt ist, wird sie beginnend mit dem Hinterkopf Scheitel für Scheitel aufgetragen. Ganz zum Schluss werden die Konturen zusätzlich mit der Farbe nachgetragen. Nach dem Auftragen werden auf die Konturen Streifen aus Watte gelegt, so dass die Farbe nicht in Gesicht oder Nacken laufen kann. Eine Abdeck- oder Duschhaube und ein Handtuch darüber sorgen für die von der Farbe benötigte Wärme. Die Länge der Einwirkzeit bestimmt die Intensität des Farbergebnisses. Nur Milor empfiehlt: Je höher die Grau-Anteile, desto länger die Einwirkzeit. Generell gilt die Regel: Blondtöne brauchen weniger Einwirkzeit als dunklere Töne (siehe auch Kasten Farbspektrum). Bei einem Grauanteil von mehr als 60 Prozent bieten sich auch zwei Durchgänge an – mit einer Vorpigmentierung und anschließendem Färben. Nach der Einwirkzeit wird die Farbe gründlich abgespült. Am Tag des Färbens keine Pflegeprodukte benutzen und danach wenn möglich drei bis vier Tage nicht Schamponieren. Wer Sport treibt sollte in dieser Zeit nur mit Wasser waschen. Je nachdem, wie schnell die Haare wachsen, reicht es aus, alle drei bis vier Wochen mit Pflanzenhaarfarbe zu färben. Wer mag, kann das aber auch öfter machen, denn die Pflanzenhaarfarbe macht das Haar wundervoll fest und glänzend und schadet ihm nicht.

Fürs Selberfärben benötigt man folgende Dinge:
• Die Farbe der Wahl
• Eine Porzellan-Schale
• Einen Pinsel
• Watte
• Abdeckhaube/Duschhaube
• Handtuch
• Wasser/Rotwein/Schwarzen Tee
• Mildes Shampoo

Das Farbspektrum für jeden Typ

Mit Rottönen kann man nach Erfahrung von Nur Milor besonders gut spielen. Die Pflanzenhaarfarben Henna, Amla und reines Henna lassen sich mit den Farben Hellbraun, Natürliches Nussbraun oder Dunkelbraun so mischen, dass sich je nach Mischverhältnis und Einwirkzeit alle Rottöne von Hellrot bis Mahagoni-Rot erzeugen lassen.

Dunkelbraun und schwarz: Eine Herausforderung
Je nach Ausgangsfarbe lassen sich mit dunkelbrauner oder schwarzer Pflanzenhaarfarbe auch graue Haare in der Regel gut abdecken.  Die Einwirkzeit ist ausschlag­gebend für das Ergebnis: Sie sollte bei Dunkelbraun oder Schwarz min­destens eine bis zwei Stunden betragen. Hilfreich ist auch eine Vorpigmentierung mit Hellbraun oder Rottönen.

Natürliches Nussbraun: Kein Rotstich
Dies ist die Lieblingsfarbe der engagierten Friseurin. Denn diese Pflanzenfarbe verleiht dem Haar je nach Ausgangsfarbe, Grauanteil und Einwirkzeit einen Farbton von mittelblond bis dunkelblond und das ganz ohne Rotstich. Die Töne Nussbraun beziehungsweise Dunkelbraun lassen sich auch als Vorfarbe für noch dunklere Töne verwenden.

Blondtöne: Schöner Glanz
Blondtöne verleihen einen lebendigen Glanz. Entscheidend ist wieder die Einwirkzeit. Zwischen 35 und 45 Minuten sollten sie einwirken. Für einen intensiveren Blondton am besten drei Wochen nach der ersten Anwendung eine zweite Färbung machen. Je nach Haarqualität mischt die Friseurin in das Pulver der Blondtöne aufgebrühten Kamillentee oder Salz.

Auffrischen: Walnussschalen-­Extrakt
Der friseurexklusive Walnussschalen-Extrakt von Oliebe wird von der erfahrenen Friseurin Nur Milor persönlich zubereitet. Seine Stärken zeigt der Walnussschalenextrakt als tönende Spülung, wenn es darum geht, die Haarfarbe wieder aufzufrischen oder Strähnchen deutlich sichtbar zu machen. Gerade im Urlaub werden die Haare durch Sonne und Wasser häufig stumpf und spröde. Im praktischen Glasflakon lässt sich der Extrakt auch unterwegs als Sofortmaßnahme in Sachen Schönheit einsetzen: einfach nach der Wäsche auf die Haare sprühen und nach kurzer Zeit auswaschen.

Übrigens: Der Glasflakon lässt sich wiederverwenden, etwa zum Befüllen mit verdünntem Vinaigre de Toilette
Füllmenge: 100 ml,
Preis: 11 Euro. Die tönende Spülung kann man im Quell-Online Shop bestellen.

coverHaar-Gesund
Haarsprechstunde in der siebten Auflage.
Als wir vor acht Jahren die erste Auflage der HaarSprechStunde herausbrachten, betraten wir Neuland: Die von Michael Rogall beschriebenen Methoden der natürlichen Haarpflege waren vielen Menschen – mit Ausnahme seines Kundenkreises – noch weitgehend unbekannt.

Seither hat sich in Sachen Haargesundheit viel getan: Das Buch wurde so populär, dass wir mittlerweile die siebte Auflage gedruckt haben. Und die Reaktionen auf das Buch sind häufig geradezu enthusiastisch: „Mit diesem Buch hat sich eine Haarwende in meinem Leben ergeben, die ich nicht zu erträumen gewagt hätte“, schreibt beispielsweise eine Leserin.

Die HaarSprechStunde sorgt dafür, dass die goldene Schönheitsregel unserer Großmütter wieder Einzug in die Badezimmer hält: Mit jedem gelesenen Buch feiert das bewährte Haarebürsten ein Comeback und seine Wirksamkeit bestätigt sich bei jedem Blick in den Spiegel. Doch nicht nur das Haarebürsten, auch das Färben mit Pflanzenhaarfarben wird durch das Buch immer populärer. Immer mehr konventionelle Friseure beginnen, mit Pflanzenfarben zu experimentieren. Michael Rogall hat mit seiner HaarSprechStunde eine Bewegung hin zu natür­lichen Haarpflegemethoden ausgelöst.

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