Sanft entgiften

Sich von Belastendem und vielleicht auch ein paar zu vielen Pfunden zu befreien ist zu Beginn der Fastenzeit immer wieder ein Thema. Doch bei den Anforderungen des Alltags ist eine Fastenkur kaum zu schaffen. Doch das muss nicht sein: Es gibt praktikable Wege, um den Körper auf sanfte Weise von Überflüssigem zu entlasten. 

Am Anfang steht die Angst. Die Angst vor dem Hunger. Dieser heulende Wolf in der Magengrube. Vor ihm flüchten alle Hoffnungen aufs Abnehmen, verdampft der Traum vom wieder rank und schlank sein wollen in den Schweißausbrüchen, die der Hunger treibt“, so beginnt die Reportage „Fastenwandern – hungrig und glücklich den Berg hinauftanzen“, die im Buch „Die besten Dinge kosten nichts“ nachzulesen ist. 

Regelmäßig überwinden sich Menschen, um in einer Heil-Fastenkur chronischen Krankheiten oder Risiko-Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder Fettleibigkeit die körpereigene Selbst-Reparatur entgegen zu setzen. Doch Heilfasten ist zeitaufwändig und gelingt meist nur dann, wenn man sich voll und ganz darauf konzentriert. Das ist im normalen Alltagsbetrieb kaum möglich. Möglich ist es aber, den Körper bei seiner permanenten Entgiftungsarbeit solide und sanft zu unterstützen. 

In ihrem Bestseller „Energy“ beschreibt die Ärztin und Autorin Anne Fleck die Entgiftungsarbeit des Körpers folgendermaßen: „Die Prozesse der Entgiftung laufen in routinierten Zyklen, Tag und Nacht. Das wichtigste Organ ist die Leber. Mit ihrem Lebensstil, mit all den kleinen Entscheidungen im Alltag bis hin zu der, welche Hautcreme und welches Parfum Sie benutzen, mit allem, was Sie essen und trinken, belasten Sie die Leber. Sie sortiert  sensibel toxische Stoffe aus, lagert sie ein oder wandelt sie mithilfe von Enzymen um, damit sie aus dem Körper eliminiert werden. Je weniger hart sie für Sie ackern muss und je besser die für die Entgiftung notwendige Nährstoffversorgung ist, umso fitter und energiegeladener fühlen Sie sich.“ Es geht also darum, den Körper so wenig wie möglich zu belasten und die Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit zu unterstützen. 

Was das Entgiften hemmt

Zu den größten Feinden der Entgiftung zählen Nikotin und Alkohol. Denn diese Genussmittel hemmen massiv das körperliche Reinemachen. „Wegen dieser eindeutigen Effekte sollte der Konsum von Alkohol und Nikotin eingeschränkt oder gestoppt beziehungsweise grundsätzlich überdacht werden“, so schreibt Dr. Fleck. Aber es gibt auch andere Faktoren, die den Körper belasten. Toxine aus Haushalt, Hobby, Handwerk und Beruf beispielsweise, Schadstoffe aus Kosmetika und Produkten der Körperpflege, Schimmelpilzbelastungen oder emotionale Gifte. Diese gilt es wie ein Detektiv aufzuspüren und Schritt für Schritt aus dem eigenen Leben zu entfernen. 

Bestimmte Lebensmittel verfügen über eine stark entgiftende Kraft. Diese gilt es zu nutzen. Da der Körper aber auch über die Haut und übers Atmen entgiftet, liegen auch hier wirkungsvolle Ansatzpunkte für mehr Leichtigkeit. Stichwort Schwitzen. Einmal am Tag richtig ins Schwitzen zu kommen, gilt allgemein als wirkungsvoller Gesundheitstipp. „Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente“, empfahl schon der Vater der Heilkunde, Hippokrates von Kos. 

Lebensmittel zum Entgiften

Der erste Schritt zum Entgiften ist das Stärken des Verdauungssystems. Denn eine intakte Darmschleimhaut sorgt dafür, dass das Entgiften ohne die Nebenwirkung einer Rückvergiftung möglich wird.

• Bitterstoffe

Durch ihren Reichtum an Bitterstoffen stärken Pflanzen wie Löwenzahn, Artischocke, Mariendistel, Wermut oder Wegwarte sowohl Leber als auch Galle und unterstützen den Körper dabei, besser zu entgiften.

• Sekundäre Pflanzenstoffe

Sie stimulieren die Entgiftungsenzyme. Reichlich enthalten sind sie in Blumenkohl, Brokkoli, Grün-, Rosen-, Rot-, Spitz- und Weißkohl, Kohlrabi, Meerrettich, Mangold, Radieschen, Zwiebeln und Knoblauch, Beeren und Trauben.

• Mikronährstoffe

Etwa die Aminosäure Glutamin. Sie dient als Nährstoff der Immunzellen des Darms, fördert beispielsweise die Zinkaufnahme und hilft bei der Regeneration des Körpers. Glutamin-Spender sind tierische Produkte wie Fisch, Geflügel oder Rindfleisch. Deshalb empfehlen sich Knochenbrühen oder Hühnersuppen. Auch in pflanzlichen Lebensmitteln ist Glutamin enthalten, etwa in Spinat, Roter Beete, Kohlgemüse, Hülsenfrüchten wie Linsen und Bohnen, Walnüssen, Haferflocken oder Petersilie. Für eine entgiftungsstarke Darmschleimhaut braucht es außerdem eine Versorgung mit Zink und Vitamin B6 (etwa aus Nüssen, Samen, Fisch und Fleisch).

• Reines Wasser

Ein guter Alltags-Tipp ist es, bereits am morgen mit zwei großen Gläsern Wasser (etwa 400 ml) in den Tag zu starten. Denn Wasser sorgt dafür, dass die in der Nacht von der Leber entschärften Gifte schnellstmöglich über die Nieren ausgeschieden werden. Als Zielwert für die Trinkmenge am Tag beschreibt die Ärztin Dr. Anne Fleck in ihrem Bestseller „Energy“ 30 bis 40 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht.

Die Hauptaufgabe des Wassers besteht darin, alle Stoffe, die im Körper gebraucht werden, zu verteilen und die Abbauprodukte, die nicht mehr verwertet werden, zu entsorgen. Dabei spielt die Qualität des Wassers eine wichtige Rolle. Lebendiges Wasser verfügt über Eigenschaften, die den Körper in besonderem Maße unterstützen, sich von Abbauprodukten zu entlasten (siehe auch Beitrag „Lebendiges Wasser versus Leitungswasser“, Seite 8). Je weniger Inhaltsstoffe im Wasser enthalten sind, desto größer ist seine Reinigungskraft; denn nur reines Wasser kann die Zellen und Zellzwischenräume von alten Stoffwechselprodukten befreien. Als gutes Maß für die passende Trinkmenge hat sich die Farbe des Urins erwiesen. „Ist der Urin über den Tag glasklar und nur leicht gelblich, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Wassermenge stimmt“, sagt Thomas

 

Fasten

Intermittierendes Fasten für Zwischendurch

Es muss nicht immer gleich die ein- oder zweiwöchige Fastenkur sein. Auch andere Formen des Fastens können den Körper sehr wirkungsvoll reinigen, wie etwa das „Dinner Cancelling“ (das Weglassen des Abendessens) oder kürzere Fastenperioden, die in der Fachwelt „intermittierendes Fasten“ genannt werden.  Beim intermittierenden Fasten spielt nach den Erkenntnissen des Arztes Dr. Johannes Huber der Zeitpunkt eine wichtige Rolle:  Am besten eignet sich für das Reinemachen im Körper der Zeitraum zwischen 16 Uhr abends und 8 Uhr morgens. 

Buch-Tipp

Prof. Dr. Johannes Huber

Die Kunst des richtigen Maßes

Wie wir werden, was wir sein können: Medizin, Biologie und Psychologie bestätigen jahrtausendealtes Wissen, das sich in fast allen spirituellen Schriften und Traditionen wiederfindet: Menschen, die sich in der Kunst des richtigen Maßes üben, sind körperlich und geistig gesünder, beruflich und privat erfolgreicher und nur sie haben die Chance, zu werden, was wir als Menschen sein können.

Der Arzt und Theologe Johannes Huber belegt anhand aktueller wissenschaftlicher Studien, was die Philosophie oder etwa die Mystik schon immer sagten. Dabei zeigt er, wie wir größere Menschen werden und gleichzeitig die Welt retten können.

Verlag: edition a; 30. Oktober 2021
352 Seiten
ISBN 978-3990015322
Preis: 24 Euro

Mehr Beiträge zum Thema entgiften

Beitrag Frühjahrsputz für den Körper

Beitrag Die Kunst der Reinigung durch Entsäuerung

Beitrag Bewusst atmen

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7. Februar 2022