Persönliche Eindrücke vom Franziskus-Weg

Was brauche ich wirklich ? – das ist nicht nur der  Themenbogen der aktuellen Reiseseite der QUELL – es ist eine Frage, die ich mir zunehmend häufig stelle.

Was brauche ich wirklich? Vor mir ein Berg mit Outdoor Ausrüstung und ein ziemlich klein wirkender Wanderrucksack, der idealerweise das Zehntel meines Körpergewichts nicht übersteigen sollte. Gespannte Vorfreude: QUELL-Verlegerin Andrea Tichy und ich werden schon am selben Abend im Zug Richtung Florenz sitzen, um ab Sansepolcro bis Assisi die zweite Etappe des Franziskusweges auf den Spuren des heiligen Franziskus zu erwandern. Wie wenig man braucht und was das Leben auf Pilgerschaft angenehm macht, das haben wir auf dem ersten Teilstück des Franziskus-Weges eigentlich schon am eigenen Leib erfahren und genossen: Im Frühsommer 2015 hatten wir uns an die erste einwöchige Teiletappe gewagt – von Florenz nach Sansepolcro, über die Andrea Tichy in QUELL bereits berichtete. Pilgern macht den Kopf frei, die Seele erfüllt und den Körper fit .. und Lust auf mehr , um nicht zu sagen: Pilgern macht ein bisschen süchtig.

Freitag, 9.September – 21:30 Glück gehabt und Erlösung in Rosenheim: der Nachtzugschaffner hat noch eine Lösung gefunden, uns im Liegewagen unterzubringen – gnädigerweise hat der Herr im Herren-Abteil – Gott sei Dank kein Geistlicher – Erbarmen mit uns beiden Pilgerinnen und zugestimmt. Ohne Liegeplatz in einem Abteil ist in den Nachtzügen von München nach Florenz – auch mit Fahrkarte – keine Mitreise mehr möglich und normalerweise wird streng zwischen Damen- und Herren-Abteil getrennt – betont der Schaffner. Um ein Haar wäre unser Pilgerprojekt schon in Rosenheim beendet gewesen. Der Herr hat sich allerdings absolute Ruhe ausbedungen, weil er im Mittelbett noch zu arbeiten hat. So beginnt unsere Pilgerwanderung mit einer von außen auferlegten – aber auch irgendwie wohltuenden Schweige -Meditation für uns beide, die wir beide unsere Alltages-Verpflichtungen und Herausforderungen mit wehenden Fahnen, aber nicht wirklich mit leeren Schreibtisch und auch nicht ohne sonstige private und berufliche Baustellen verlassen haben.

Wirklich geschickt ist es ja eigentlich nie mit der Auszeit, vor allem wenn man selbstständig ist. Und eine Woche einfach nur so von Ort zu pilgern – das stellt einen großen Luxus von Freiheit für uns beide dar. Dabei haben wir vor, unsere gemeinsame Pilger-Zeit – zumindest nach der schweigsamen Nachtzug-Fahrt – mit intensiven Gesprächen über den Relaunch der Quell zu füllen.

Samstag 10.September – morgens 7:15 Ankunft in Arrezzo  – über 1000 km von München entfernt erwacht der Tag und der nächste Bus Richtung Sansepolcro startet um 7:40. Er ist fast leer – genauso wie. Im vergangenen Jahr als wir die selbe Linie von Sansepolcro Richtung Assisi nahmen – am Ende unserer 1 Etappe der Pilgertour. Erinnerungen werden wach und die Gefühle knüpfen an – insofern ist es gar nicht schlecht, eine lange Pilgerstrecke auf mehrere Teiletappen aufzuteilen, wenn die Rahmenbedingungen keine 4-wöchige Auszeit zulassen. Solange dauert es nämlich, um in 28 Tages-Etappen von Florenz nach Rom zu kommen.

Was wir auf den 7 Tages-Etappen von Sanspolcro bis Assisi erlebt haben, das lesen Sie in Kürze hier auf quell- online.de

Über die Erste Woche der Pilgerwanderung auf den Spuren des heiligen Franz von Assisi – vom Start in Florenz bis nach Sansepolcro – lesen Sie in dem Beitrag von Andrea Tichy.

Waren Sie selbst auch schon auf Pilgerschaft und möchten uns über Ihre Erlebnisse berichten. Schreiben Sie uns gerne ! martina.guthmann@quell-online.de

Sie überlegen,  den Franziskus-Weg in netter Gesellschaft einer Gruppe zu erwandern? Dann lesen Sie über eine wunderbare Möglichkeit der Entschleunigung mit   Oliva-Reisen.