Lebenskraft tanken

Lange war es verpönt, ohne Sonnenschutz nach draußen zu gehen. Das Verhältnis zur Sonne hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Seit der Zusammenhang zwischen Vitamin D-Spiegel und Immunschutz in aller Munde ist, ist es angesagt, den körpereigenen Vitamin D-Spiegel auf natürliche Weise aufzufrischen. Und das geht am besten, wenn Sonnenlicht auf ungeschützte Haut trifft.

Den Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und Wohlbefinden kann jeder spüren, der im Sommer viel Zeit draußen verbracht hat. Dann fühlt man sich richtig fit (und auch schlanker). Man merkt es an den Bewegungen, die schwungvoll und voller Energie sind. Das Leben fühlt sich dann gut an, gesund und fröhlich. 

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Es ist kein Wunder, dass wir uns im Sommer draußen so wohl fühlen. Denn in der überwiegenden Zeit der Menschheitsgeschichte – rund 170.000 Generationen lang – hielten sich die Menschen als Jäger und Sammler, als Ackerbauern und Viehzüchter unter freiem Himmel auf. Das änderte sich mit der Erfindung der Glühbirne und der industriellen Revolution vor etwa zehn Generationen. Seither verbringen immer mehr Menschen den ganzen Tag in geschlossenen Räumen. Heute – im Computerzeitalter – leben und arbeiten moderne Zeitgenossen rund 22 von 24 Stunden in Häusern. Mit fatalen Folgen für die Gesundheit.

Sonnenlicht setzt im Körper eine ganze Reihe gesundheitsfördernder Effekte in Gang: Es verstärkt die Durchblutung und den Muskelaufbau und macht körperlich fit. Nach Sonnenbädern sinkt hoher Blutdruck, bei Diabetikern geht der Blutzucker zurück, Stress-Situationen können besser bewältigt werden. Sonnenbaden bringt den Körper dazu, verstärkt das Glückshormon Serotonin auszuschütten. Auch die Produktion des Anti-Aging-Hormons Melatonin und des Sexualhormons Testosteron wird durch Sonnenlicht angekurbelt. Wenn die Haut UVB-Strahlung ausgesetzt wird, bildet sie das für die Zellgesundheit wichtige Vitamin D. Bekommt der Körper zu wenig UVB-Strahlung, kann dies zu Vitamin D-Mangel und damit zu Anfälligkeit für Infektionen, Immunschwäche, Rachitis, Osteoporose oder Krebs führen. „Sonnenschein hilft, den andauernden Krieg der Menschheit gegen Krankheiten zu gewinnen“, zieht der Mediziner Dr. Zane Kime das Fazit. Unsere Vorfahren waren klug und nutzten die Sonne zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten, auch ohne wissenschaftlich Erklärungen.

Sonnenbaden: Die Dosis macht’s

Die Länge des zu empfehlenden Sonnenbads ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt ab vom Ort, von der Tages- und Jahreszeit. Ein junger Mensch kann wesentlich mehr und schneller Vitamin D über die Haut bilden als ein älterer. Eine blasse Haut bildet in der Sonne Vitamin D sechsmal schneller als eine dunkle Haut. 

In der Mittagsonne ist das Sonne-Tanken im Hinblick auf die UVB-Produktion effektiver als in den Morgen- und Abendstunden. Nach maximal 30 Minuten hat die Haut aber genug UVB-Strahlen für die Vitamin-D-Produktion aufgenommen. Der Körper stoppt dann die Umwandlung und Einlagerung. Es lohnt sich also nicht, das Risiko eines Sonnenbrandes und damit erhöhtes Hautkrebsrisiko einzugehen. Sonne ist eben wie ein Medikament, bei dem es auf die Dosis ankommt.

Wasser – die biologische Batterie

Was das Leben am Laufen hält, das konnte sich die Wissenschaft lange Zeit nicht so recht erklären. Bis der amerikanische Professor Gerald H. Pollack mit seinem Buch „The Fourth Phase of Water“ auf den Plan trat. Denn mit der „vierten Phase des Wassers“ scheint eine Erklärung gefunden, wie die zahlreichen biologischen Reaktionen im Körper in Gang gesetzt werden: Wie eine Batterie treibt dieser besondere Zustand des Wassers biologische Prozesse an. Als „Maschine des Lebens“ bezeichnet deshalb auch der österreichische Wissenschaftler Dr. Walter Medinger diese „vierte Phase des Wassers“. Sie hat eine gelartige Struktur und bildet sich beispielsweise an sogenannten wasserliebenden Grenzflächen, beispielsweise an den Gefäßwänden. Durch unterschiedliche Spannungsverteilung fördert diese Struktur etwa das Fließen von Blut und Lymphe. Nach Einschätzung des wissenschaftlichen Leiters des Internationalen Instituts für EMV-Forschung in Krems an der Donau lassen sich viele therapeutische Wirkungen durch die vierte Phase des Wassers erklären und der Mensch kann eine ganze Menge tun, damit diese „Maschine des Körpers“ bestmöglich funktioniert. Die Batterie der vierten Phase lässt sich durch eine ganze Reihe von Maßnahmen aufladen: etwa durch Sonnenbaden, frische Luft mit viel Sauerstoff, durch Barfuß-Laufen, gesunde Ernährung oder Wechselbäder wie Pfarrer Kneipp sie propagierte. All diese Maßnahmen führen dem Körper negative Ladung zu und in Sachen Ladung ist negativ „biologisch positiv“. Eine der besten Quellen, um die vierte Phase des Wassers zu stärken, ist das Trinken von „lebendigem Wasser“. Nach Aussage von Professor Pollack verfügt artesisches Wasser, das aus eigener Kraft aus dem Boden steigt, über besonders große Anteile an der vierten Phase des Wassers oder auch verwirbeltes Wasser, das noch in Bewegung ist, wie man es beispielsweise an natürlichen Quellen oder Wasserfällen findet. 

Dass die Erkenntnisse der aktuellen Wasserforschung nicht neu sind, das belegt beispielsweise auch die Beschäftigung mit der chinesischen Heilkunde. So beschreibt Dr. Manfred Kubny, Experte für Wasser in der Heilkunde und promovierter Sinologe mit umfangreichen Zusatzausbildungen rund um „Wasser und Gesundheit“,  im Interview mit der St. Leonhards Akademie den Zusammenhang der Lebenskraft Qi mit gesundem Wasser. Die höchste Form der Traditionellen Chinesischen Heilkunde ist demnach das Bereitstellen eines Wassers mit „salutogenen“, also gesundheitsfördernden Wirkungen.

Die Kraft der Ernährung

In ihrem Buch „Energy! Der gesunde Weg aus dem Müdigkeitslabyrinth“ räumt die Ärztin Dr. med. Anne Fleck der gesunden Ernährung viel Raum ein. „Was wir essen, wie und wie oft wir essen und wann wir essen, hat Einfluss auf Energieniveau und Gesundheit“ so schreibt sie. Denn: „Lebensmittel sind Bausteine der kleinsten Einheiten unserer Zellen und Treibstoff der Lebensenergie“. 

Hauptdarsteller auf dem von ihr empfohlenen Speiseplan ist eine pflanzenbetonte Kost mit viel Gemüse. Für die Bestseller-Autorin zählen dunkelgrüne Nahrungsmittel aus Pflanzen zu den „wertvollsten Lebensmitteln, die Mutter Erde uns bietet.“ Ihre Begründung: „Der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll ist vollgetankt mit der Energie des Sonnenlichts und stärkt so den Energiehaushalt.“ Chlorophyll ähnelt der Struktur des roten Blutfarbstoffs und Trägers von Sauerstoff, des Hämoglobins. Chlorophyll aus der Nahrung beschleunigt die Regeneration der roten Blutkörperchen. Es fördert das Energieniveau, indem es dem Sauerstoff-Transport im Körper unter die Arme greift.

Grüne Blattgemüse und Salate liefern zudem eine hohe Dichte an lebenswichtigen Mineralien wie Magnesium und Kalium. Neben „Grünzeug“ gehören zu Dr. Flecks gesundem Speiseplan aber auch antientzündliche Kräuter und Gewürze, zuckerarmes Obst, hochwertige Ei­weiße in gesundem Maß, wie Nüsse, Mandeln, Samen, Pilze, Bio-Eier, etwas Fleisch oder Fisch aus nachhaltigen Quellen sowie gesunde Fette und Öle.

Energiebringer de Luxe

Für die Energie-Expertin sind gesunde Fette und Öle „Energiebringer de luxe“. Nach dem aktuellen Stand der Forschung sind Fette in der optimalen Dosis und Qualität exzellente Treibstoffe für die Körperzellen. Es liefert wichtige Vitamine (fettlösliche Vitamine E, D, K  und A) und sorgt für ein wohliges Gefühl der Sättigung. Bewusst eingesetzt sind Fette auch keine Dickmacher. Denn: „Nicht die Kalorienbilanz, sondern die Auswahl der Lebensmittel mit geringem Blutzuckerreiz ist ausschlaggebend für einen hohen Energielevel und ein gesundes Körpergewicht. Deswegen sind gute Fette, wenn wir sie mit ballaststoffreichem Gemüse, Salaten und Eiweiß kombinieren statt mit zu viel Nudeln, Reis, Brot, Kartoffeln oder Mais, keine Dickmacher, sondern Gesundmacher“, so schreibt Dr. Fleck. Um sein Energielevel und sein Wohlbefinden nachhaltig zu erhöhen und obendrein auch noch die Laune zu verbessern, plädiert sie für einen „gesunden Ölwechsel in der Küche“. Ihre Erklärung dafür ist simpel: „Da sich gutes Fett in alle Körperzellen einbaut, renoviert sich Ihr gesamter Körper, Tag für Tag, ohne großen Aufwand.“ .

Mehr Omega-3: Gesunder Ölwechsel in der Küche

Entscheidend für die gesundheitliche Wirkung von Ölen ist die Balance der mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-3 wirkt antientzündlich, gefäßschützend und ist ein gefragter Energie-Macher. Omega-6 hingegen fördert Entzündungen.
Nicht zu empfehlen sind Öle, die reich an Omega-6 sind, etwa Distel-, Maiskeim oder Sonnenblumenöl. Quellen für Omega-3-Fettsäuren sind beispielsweise Leinöl, Wallnuss- und Hanföl, fetter Fisch wie Wildlachs oder Hering aus nachhaltigem Fang. Als geschmacklich und gesundheitlich wertvolles Universalöl in der Küche bewährt sich natives Olivenöl extra vergine.

Aktivierende, frische Luft

Bewegung an frischer Luft gehört zu den besten Gesundheitsrezepten. Deshalb erfreuen sich beispielsweise in Japan Ausflüge in den Wald großer Beliebtheit. Denn Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Spazieren im Wald im Körper Killerzellen gegen Viren und Bakterien aktiviert. Forscher der Nippon Medical School in Tokio vermuten, dass diesen Effekt antibiotisch wirksame Substanzen auslösen, die Bäume bilden, um sich vor Krankheitserregern und Schädlingen zu schützen. Spaziergänger atmen diese Substanzen ein und stärken damit ihr Immunsystem. In Japan haben gesundheitlich motivierte Ausflüge in den Wald sogar einen speziellen Namen: „Shinrinyoku“ werden sie im Land der aufgehenden Sonne genannt. Die Menschen genießen die ruhige Atmosphäre, die Schönheit der Umgebung und die Sauberkeit der Luft, die sie im Wald vorfinden. Denn in Wäldern ist die Luft besonders staubarm: Die dort gemessenen Konzentrationen betragen nur ein bis zehn Prozent der Konzentrationen, wie sie in Städten gemessen werden. Und Feinstaub belastet unser Immunsystem zusätzlich. QC60F06

Doch es muss nicht unbedingt der Ausflug in den Wald sein, um seinem Körper etwas Gutes zu tun. Die Ärztin Dr. Anne Fleck empfiehlt beispielsweise in den frühen Abendstunden einen Spaziergang an der frischen Luft – auch wenn es nur ein paar Minuten sind. Der Grund: Gerade in der hochaktiven Phase des Blutkreislaufes am frühen Abend benötigt der Körper viel Sauerstoff. Und wenn ein Spaziergang draußen aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, dann empfiehlt die Energie-Ärztin, für zehn Minuten gründlich durchzulüften und bewusst für einige Minuten Sauerstoff am offenen Fenster zu tanken. Es braucht also nicht viel, um im Sommer die Energiedepots für den Winter wieder aufzufüllen. QC60F06

Fotos: depositphotos.com

Buch-Tipp

Dr. med. Anne Fleck
Energy! Der gesunde Weg aus dem Müdigkeitslabyrinth. 

Dr. Anne Fleck, Ärztin für Präventiv- und Ernährungsmedizin erklärt, welche verborgenen Ursachen hinter ständiger Müdigkeit, Infektanfälligkeit und bisher unerklärlichen Beschwerden stecken können.
Verlag: dtv, 430 Seiten
ISBN: 978 – 3 423-28277-2
Der Preis: 25 Euro

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13. Mai 2021
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