Wasser ist heilig!

Das „Wiesbadener Jahr des Wassers“ macht es möglich, in fremde Kulturen einzutauchen. In der Süleymaniye Moschee in Wiesbaden hielt Imam Ihsan Toköz einen Vortrag über die Stellung des Wassers im Islam.

Entstanden ist der Islam – wie Judentum und Christentum auch – in einer Region, in der Wasser sehr knapp ist. Wasser ist heilig. Ein Bild für das Paradies ist ein Garten, durch den sauberes, kühles Wasser fließt.

Im Koran heißt es: „Allah hat jedes Lebewesen aus Wasser erschaffen.“ Rituelle Waschungen spielen im Islam eine wichtige Rolle. So müssen sich die Gläubigen vor dem Pflichtgebet rituell waschen. Eine „große Waschung“ ist Pflicht, bevor die Gläubigen bei der Wallfahrt nach Mekka die Kaaba, das zentrale Heiligtum des Islam, siebenmal umrunden. Um es für Waschungen verwenden zu können, darf Wasser nicht verunreinigt sein. Falls es kein sauberes Wasser gibt, darf eine „kleine Waschung“, also das Waschen von Hände und Gesicht, auch mit Sand ausgeführt werden.

Auch in Bezug auf das Trinken gibt es Regeln im Islam. Vor und nach dem Trinken soll der Wassertrinker Allah preisen. Wasser soll nicht in einem Zug hinunter gestürzt werden, sondern in drei Sätzen und in das Trinkgefäß soll nicht hinein geatmet oder gehustet werden. Trinken im Stehen gilt im Islam als ungesund und soll Sodbrennen verursachen. Auch das Wassertrinken beim Essen gilt als ungesund.

In vielen Überlieferungen des islamischen Propheten Mohammed wird die Verschwendung von Wasser als eine Verfehlung (Haram) beschrieben. Verschwendung als Verfehlung betrifft jedoch nicht nur das Wasser, sondern generell alle Güter.

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Mehr zum Wiesbadener Jahr des Wassers unter wasser.wiesbaden.de

 

29. Juni 2022