Wir stehen an der Fontana Moresca, in Ravello, hoch über der Amalfi-Küste. Aus den beiden Wasserspeiern ergießen sich dünne Wasserstrahlen in das ausladende Becken, in dem Goldfische schwimmen. Das Wasser ist kühl und wir trauen uns, es in unsere Trinkflaschen zu füllen. Das Wasser schmeckt rein und frisch.

Früher wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, mich an einem solchen Wasser zu bedienen. Ich wäre sicher in das kleine Alimentari schräg gegenüber gegangen und hätte ein paar Plastikflaschen mit Mineralwasser erstanden. Erst die Recherche für Quell hat mir die Augen geöffnet. Die Augen geöffnet für die unterschied lichen Erscheinungsformen von Wasser. Seine Qualitäten, Geschmäcker, seine Zugänglichkeit und die ihm entgegengebrachte Wertschätzung in verschiedenen Ländern. In Italien beispielsweise gibt es ganz viele Brunnen, an denen die Einheimischen ganz selbstverständlich trinken oder Wasser holen.

EIN ZUFALL IM MAUTHÄUSL

Begonnen hat die faszinierende Reise in die Welt des Wassers vor 20 Jahren, als wir per Zufall nach einem winterlichen Spaziergang im Mauthäusl die Wirtin Maria Abfalter und ihren Mann Johann kennenlernten. Der Aufhänger für unser Gespräch war eigentlich ein ganz anderer gewesen: Im Hotel-Gasthof war ich auf das Angebot des Urlaubs im Funkloch gestoßen. Das hatte mich neugierig gemacht und ich hatte die Wirtin daraufhin angesprochen. Wie sich im Laufe des Gesprächs herausstellte, war ihr Mann gerade dabei, einer in Vergessenheit geratenen Quelle zu neuem Leben zu verhelfen: der St. Leonhardsquelle in Bad Leonhardspfunzen bei Stephanskirchen. Vor ihm hatten sich schon zwölf Brunnenbesitzer an der Vermarktung des Wassers versucht. Durch sein Geschick als Bauer und späterer Immobilienfachmann gelang es Johann Abfalter, das schon von den Kelten, Römern und späteren Landbewohnern genutzte Wasser einer wachsenden Kundschaft schmackhaft zu machen. Mittlerweile ist das Unternehmen so groß geworden, dass es im Fernsehen vor den Deutschland-Spielen der Fußball WM Werbung schalten kann. Vor 20 Jahren war es jedoch noch eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft, die sich mit den faszinierenden Effekten der St. Leonhardsquellen beschäftigte.

Johann Abfalter wurde für mich ein wichtiger Gesprächspartner. Seine Erzählungen rund um überliefertes Wissen, aktuelle Forschungsergebnisse und sein persönliches Gespür faszinierten mich und ich begann, mich intensiv mit dem Thema Wasser zu beschäftigen. Wasser spielt ja in vielerlei Formen für das menschliche Wohlbefinden eine wichtige Rolle. Zunächst geht es natürlich um das Trinken von gutem Wasser. Wer nicht trinkt, wird krank und nach rund drei Tagen ist dem menschlichen Körper, der ja zu mehr als zwei Drittel aus Wasser besteht, die Lebensgrundlage entzogen. Aber auch in der äußeren Anwendung hat Wasser viel zu bieten: vom Fußbad über das Wannenbad bis hin zum Eisbaden. Spätestens seit Pfarrer Kneipp weiß man, dass sich durch äußerliche Wasser-Anwendungen viel erreichen lässt.

Ich schrieb als Journalistin für verschiedene Zeitschriften über die segensreichen Wirkungen von Wasser, recherchierte für ein Buch über dieses Thema und gründete – zusammen mit der Mediengestalterin Monika Frei-Herrmann – die Zeitschrift Quell, deren Jubiläums-Ausgabe Sie nun in Händen halten.

Naturgemäß spielt Wasser in Quell eine wichtige Rolle. Davon leitet sich schließlich auch der Name der Zeitschrift ab. Doch unsere Rubrizierung folgt den vier Elementen – neben Wasser auch Erde, Feuer und Luft – und mit dieser Einteilung ist es uns seit nunmehr 77 Ausgaben gelungen, sämtliche Themen eines nachhaltigen Lebensstils abzubilden.

Regelmäßig befragen wir in Quell unsere Leserschaft. Ausgewertet von der gelernten Marktforscherin und Reiseexpertin Martina Guthmann zeigt sich dabei über zwei Jahrzehnte ein ähnliches Bild: Unsere Leserinnen und Leser sind sehr gebildet, sie interessieren sich mehr für Qualität als für den Preis, sie leben bewusst und machen sich viele Gedanken um ihren Lebensstil. An allererster Stelle des Leser-Interesses rangieren Themen rund um die gesunde Ernährung.

MAN IST, WAS MAN ISST

Kein Wunder, gilt doch der Satz „Man ist, was man isst“ für alle Menschen und jeder, der seine Sinne nicht komplett abgestumpft hat, der weiß, wie sehr sich das eigene Lebensgefühl durch Essen beeinflussen lässt. Frisch gekochtes Essen aus guten Zutaten ist ein immerwährender Quell von Lebensqualität. Durch kulinarische Entdeckungen in fremden Ländern und die sich wandelnden Vorlieben für Zutaten und deren Verarbeitung bleibt Essen immer spannend und der Austausch darüber ein endloses Thema. Aufgrund ihrer Liebe zum Kochen und Fotografieren haben wir auf unserer Internet-Seitee www.quell-online.de viele appetitanregende Rezepte von Monika Frei-Herrmann gesammelt und immer kommen neue hinzu – etwa von unserer Wildkräuter-Expertin Elisabeth Niebel.

Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken. Wer beispielsweise nachlesen möchte, welche geballte Kraft von Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen Wildpflanzen beinhalten, der kann das ebenso auf unserer Homepage tun. Die Suchfunktion in Form einer Lupe eröffnet spannende Recherche-Welten durch mehr als 2.000 gut recherchierte und zeitlos aktuelle Beiträge, die im Laufe von 20 Jahren zusammengekommen sind. Im Lauf dieser Jahre haben wir die eine oder andere Modeerscheinung gesehen. Allerdings hat sich ein ums andere Mal bestätigt: „Die besten Dinge kosten nichts“. Das ist eine Erkenntnis, der wir ein Buch gleichen Titels gewidmet haben: Frisches Quellwasser – auch das von St. Leonhards – sprudelt kostenlos für alle. Um sich zu bewegen, braucht es kein Fitness-Studio, die Son- ne geht auf über jedermann und unübertroffen ist die Gemeinschaft von Menschen, die sich austauschen, unterstützen und vielleicht sogar an gemeinsamen Projekten arbeiten.

In diesem Sinne ist auch Quell ein Gemeinschaftsprojekt von Autoren, Fotografen, Lektoren, der Grafik – jetzt von Antje Therés Kral – unserem Internet-Experten Ralf Perey, unserer Shop- Managerin Ulrike Perey und nicht zuletzt unseren Kooperationspartnern, die es ermöglichen, dass Quell kostenlos zur Mitnahme bereit liegen kann. Ihnen allen danke ich von Herzen. Und wenn wir unseren Leserinnen und Lesern den einen oder anderen Impuls auf ihren Lebensweg mitgeben können, dann haben wir unsere Mission erfüllt.

Nie mehr eine Quell verpassen

An vielen Verteilerstellen liegt Quell kostenlos zur Mitnahme aus. Häufig hören wir aber von unseren Lesern, dass die Magazine schon vergriffen sind, wenn sie ein Exemplar holen wollen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, keine Quell zu verpassen, dem legen wir deshalb ein Abo ans Herz. Für nur 10 Euro in Deutschland (in Österreich und in der Schweiz 15 Euro) wird Quell ein Jahr lang sofort nach Erscheinen ins Haus gebracht.

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