Wald tut gut

Jeder Wald ist eine eigene, heilsame Welt. Der Duft von Moos und Holz, das Spiel von Licht und Schatten, leises Plätschern eines Wassers und kräftiges Vogelgezwitscher. Die Wertschätzung, die wir unseren Wäldern schenken, kommt zu uns zurück.   Inspirationen für kleine Reisen in den Wald von Martina Guthmann

 

„Ich kann mich nicht erinnern, dass mir ein einziger Gedanke in der Stube gefasst
wurde, sondern immer im Freien.“ Jean Paul

FICHTELGEBIRGE – Tage lang Wald

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Bild: Der Rudolfstein (Martina Guthmann)

An der Fußgänger-Ampel nahe des Bahnhofs Marktredwitz, wo unsere Pilger-Gruppe gerade aus dem Wald kommt und gleich wieder in den Zug steigen wird:  Wie fremd sind uns allen diese Motorengeräusche, nachdem wir in den letzten fünf Tagen kaum einem Auto begegneten.

Wir haben uns zwischen Immenreuth, Fichtelsee, Kösseine und Markredwittz bewegt, sind täglich 15 bis 20 Kilometer bergauf und bergab gewandert, haben immer wieder bis zu 1.000 Meter hohe Gipfel erklommen, und haben uns in den zahlreichen Seen erfrischt. Wir haben bekannte Wege wie den Fränkischen Gebirgsweg oder den Jakobsweg gekreuzt, uns aber auch auf einsamen Wegen nie verlaufen. Die Beschilderung der Wanderwege im Fichtelgebirge, die durch die örtlichen Wanderverbände und Gemeinden gepflegt wird, ist vorbildlich.

Berührend ist die Liebe zum Detail, mit der die Fichtelgebirgler ihre Waldwege pflegen. Schmuck sind die Waldgärtchen der Häuser am Waldrand, auf dem Waldgeister-Pfad begegnen uns lustige Gesellen aus Naturmaterialien, auf dem Pfarrer-Hupfer-Weg und dem Jean-Paul-Weg Text-Tafeln mit wertvollen Gedanken-Anstößen und Liedern.

Beim Himbeer- und Brombeer-Naschen entdecken wir Druiden-Felsen, wir folgen mit unseren Blicken den Feuerfaltern, bis sie sich auf Wald-Engelwurz und Johanniskraut niederlassen.

Schautafeln erläutern uns den Umbau zum Mischwald – mit Ahorn, Buche, Tanne, Eiche, Linde und Kastanie. Und dann sind da diese unglaublich monumentalen, mehr als drei Millionen Jahre alten Granit-Gesteinsformationen, die immer wieder mitten im Wald fast wie aus dem Nichts erscheinen und aus jeder Perspektive grandios sind.

Details zu den Etappen unserer von Elisabeth Buddeus-Steiff organisierten Wanderung sind auf https://www.quellonline.de/pilgern-im-fichtelgebirge-etappen-vorschlag/ nachzulesen – als Inspiration, selbst die herzerfrischende Gastfreundschaft der Fichtelgebirgler zu erleben.

Buchtipp

Glücksorte im Fichtelgebirge – Fahr hin und werd glücklich

Katja Wegener 

Droste Verlag
ISBN 978-3-7700-2629-6
168 Seiten, 16 Euro

Die Autorin spannt den Bogen von wilden Wäldern über beeindruckende
Burgruinen und Steinwälder bis hin zu Kulinarik, Handwerkskunst und
Thermalquellen.

Inspirationen für kleine Reisen in den Wald von Martina Guthmann

SCHWARZWALD –

Fastenwandern rund um Schönmünzach

 

Bild: Fastenwandern mit Aloisia, Viola-fasten.de

„Das hier ist der Spitzwegerich. Er hilft bei Husten und unterstützt die  Wundheilung und …“ Gespannt höre ich der Biologin und Fastenleiterin Aloisia Schönke zu. Sie erzählt auch, dass die Rotkleeblüten Osteoporose vorbeugen und lecker im Salat schmecken. Die Frühlingssonne scheint mir sanft ins Gesicht und ich genieße es einfach nur hier zu sein, beim Fasten und Wandern im Schwarzwald. Es ist Mitte April und die Natur erwacht bereits.

Ich bin mit einer Fastenwandergruppe von etwa 22 Leuten unterwegs. „Wir gehen weiter!“ Schade und schön. Ich könnte ewig so mit dem Gesicht zur Sonne stehen bleiben, andererseits macht es Freude, so durch den Wald zu streifen, auf schmalen Pfaden einen Fuß vor den anderen zu setzen. Das Tempo ist entspannt, aber kein Bummeln, mein Kopf ist leicht. Während des Wanderns geht mir nochmal meine Fastenmotivation durch den Kopf: „Entgiften, entschlacken und abnehmen“. Deshalb bin ich hier.

Beim nächsten Stopp gibt uns Aloisia eine kleine Weisheit für das schweigende Gehen mit.  Hintereinander und mit Abstand horchen wir in uns hinein und lauschen den Naturgeräuschen.
Ich fühle mich leicht und beschwingt und empfinde es als sehr angenehm,  so aufgehoben in der Gruppe schweigend zu gehen.

Nach unserer Heimkehr ins Hotel Sonnenhof in Schönmünzach gibt es eine leckere Gemüsebrühe: Karottenbrühe aus Karotten, Lauch, und Sellerie. Mit einem guten Bauchgefühl gehe ich auf mein Zimmer und lege mich mit meinem Leberwickel ins Bett und schlafe wohlig ein.

Am späteren Nachmittag nach meinem Saunabesuch nehme ich am Kundaliniyoga teil. Aloisia ist Yogalehrerin und gibt uns eine Yogaeinheit für eine beweglichere Wirbelsäule. Es gefällt mir gut. Ich habe zwar schon  lange kein  Yoga mehr gemacht, aber ich kann alles gut mitmachen. Und am Ende der Stunde merke ich tatsächlich, dass ich mich besser – irgendwie entspannter und gleichzeitig energiereicher fühle als zuvor.

Nach dem Yoga gibt es nochmal eine Brühe, diesmal eine mit Wirsing, Karotte, Kartoffel. Lecker! Nach der Brühe unterhalte ich mich noch mit den Leuten aus der Gruppe über dies und das. Es ist eine nette Gruppe und alle sind sehr freundlich zueinander. Das liegt sicher auch an Aloisia, die ein gutes Händchen für die Gruppe hat und alle zusammenbringt.

Später lege ich mich ins Bett und freue mich schon auf meine Erlebnisse mit dem Fasten am nächsten Tag. Heute war mein vierter Tag und Aloisia meinte, jetzt wird es jeden Tag noch schöner und einfacher mit dem Fasten.

Ich kann das Fastenwandern nur empfehlen. Man bekommt neue Impulse für das eigene Leben und es ist so einfach und angenehm in der Gruppe zu fasten. Ich fühle mich regenerierter  als in jedem anderen Urlaub!
Bevor ich mich zum Fastenwandern entschlossen habe, las ich in verschiedenen Fastenratgebern, wie gesund das Fasten ist. Man beugt damit Krankheiten vor und verlängert das eigene Leben. Und was mir das Fasten mit Aloisia auch noch langfristig gebracht hat, seit der Fastenwoche meditiere ich jeden Morgen. Und das hilft mir so sehr, dass ich klar und konzentriert durch meinen Alltag gehe und mit Stress besser umgehen kann.

www.viola-fasten.de

Fastenwandern mit Aloisia mit Unterbringung im Nordschwarzwald:

im Hotel Sonnenhof in Schönmünzach

 

 

Inspirationen für kleine Reisen in den Wald von Martina Guthmann

PFÄLZER WALD – Tradition und Ehrenamt

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Bild: im Hinterweidenthal  (https://zum-wohl-die-pfalz.px.media)

Es gleicht schon einem Ritterschlag, in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen zu werden. Der vorwiegend ehrenamtlich engagierten Bevölkerung des Pfälzer Walds ist dies im Jahr 2021 mit ihrer Hüttenkultur gelungen:  Hier verschmilzt die Liebe zur Natur mit der Tradition des Pfälzer Waldes. 

Mehr als 100 Waldgasthäuser, Wanderheime und Hütten auf knapp 2.000 Quadratkilometern – die dichte Pfälzer Hüttenkultur ist einzigartig für eine Mittelgebirgsregion und ein wunderbares Beispiel dafür, was Ehrenamtlern aus Wertschätzung zu ihrer Heimat gelingen kann. Auch die tausende Kilometer Wanderwege, die die günstigen Einkehrmöglichkeiten miteinander verbinden, werden vom Pfälzerwald-Verein und den Naturfreunden Pfalz gepflegt. Zur Pfälzer Kulinarik und den oft auch musikalischen Einlagen passt die Riesling-Schorle aus den nahen Weinbergen, in denen die meisten Wanderwege starten. Der Bergwald über dem Rhein ist bunt gemischt, in höheren Lagen oft ein Dreiklang von Zwergeichen, Bonsai-Kiefer und Heidekraut – dem Wald geht es gut.

Wüstenstürme haben hier vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren Sand abgelagert – in vielen Buntsandstein-Felsen lassen sich Spuren von Pflanzen und Tieren finden, die damals lebten. Vom Waldleben im Mittelalter zeugen die zahlreichen Burgruinen mit grandiosen Aussichten bis ins Elsass und in die Vogesen. 

Um auf den Geschmack zu kommen, eignet sich beispielsweise der wenig frequentierte 12,5 Kilometer lange, schöne Wanderweg vom Bahnhof Landstuhl  bis zum Bahnhof Hauptstuhl über die Fritz-Claus-Hütte. Möglich sind auch mehrtägige Touren von Hütte zur Hütte. Wer mehrere Tage über Berg und Tal wandern, Felsen erklimmen und Burgen entdecken will, sollte im Vorfeld buchen: beispielsweise fünf Wandertage ab Hinterweidenthal auf einem Rundweg über Waldhaus Drei Buchen, das Wanderheim Hohe List, die Dahner Hütte und das Wanderheim Dicke Eiche.

www.pwv.de/index.php/huetten/alle-pwv-huetten

www.wanderportal-pfalz.de/SN_Huett.htm

 

Inspirationen für kleine Reisen in den Wald von Martina Guthmann

DER WALD UM DIE ECKE  – Stadtwälder und Naherholung

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Bild: Maisinger Schlucht  (Martina Guthmann)

Meist sind es historisch gewachsene Wälder, die heute die ökologischen Puffer und grünen Lungen für die Städte ausmachen und Pausen vom lauten und hektischen Stadtleben bieten. Es ist so einfach, kostenlos und meist rund um die Uhr zugänglich, sich diese Wohltat zu gönnen. Schließlich ist fast ein Drittel Deutschlands nach wie vor mit Wald bedeckt.

In Berlin ist es der Grunewald, in Hamburg der Wandsbek oder das Niendorfer Gehege, in München der englische Garten und der Perlacher Forst, vor den Toren Hannovers der Deister, am Stadtrand Augsburgs der Siebentischwald, in Köln, Frankfurt, Stuttgart oder Traunstein der Stadtwald.

Mein nächster Wald liegt im Fünfseenland. Immer, wenn es im Sommer an den Seen voll wird und der Lärmpegel in den sogenannten Erholungsgebieten steigt, dann ziehe ich mich besonders gerne in „meinen Wald“ zurück.  Am meisten liebe ich zu
beobachten, wie das Licht, je nach Tageszeit und Sonnenstand, immer wieder anders einfällt.

Das japanische Wort Komorebi beschreibt Sonnenlicht, das durchs Blätterwerk der Bäume fällt. Auch wir Europäer nehmen „Licht, das durch Blätter fällt“ als besonders angenehm wahr. Doch der Begriff Komorebi symbolisiert für die Japaner noch viel mehr, er steht quasi als Teil für das Ganze, für die Liebe zur Natur.

 

 

Inspirationen für kleine Reisen in den Wald von Martina Guthmann

WALDBADEN – allein oder in der Gruppe

Dass Wald gut tut, ist wissenschaftlich belegt:  In Japan wird seit rund 50 Jahren intensiv zu den positiven Effekten von Wald-Aufenthalten, zu „Shinrin Yoku“  geforscht. Prof. Qing Li, die Koryphäe der Waldmedizin, konnte nachweisen, dass Waldklima unmittelbar förderlich für die Gesundheit ist: In der Waldluft befinden sich Terpene, die von der gesamten Pflanzenwelt – insbesondere von Bäumen – abgegeben und über Lunge und Haut aufgenommen werden. Dadurch wird der Atem gleichmäßiger, der Puls ruhiger, die Muskeln entspannter, Blutdruck und Stresshormone sinken, der Ruhe-Nerv Parasympathikus wird aktiviert. Das äußert sich beispielsweise in der Klarheit der Gedanken. Schon nach einer Stunde  „Shinrin Yoku“ sind mehr natürliche Killerzellen im Blut nachweisbar, bei mehrtägigen Wald-Aufenthalten erhöht sich deren Aktivität um bis zu 50 Prozent. Positive Einflüsse auf Schlaf, Gemütszustand und Lebenskraft sind belegt.

Wer das Waldbaden grundsätzlich lieber unter Anleitung in einer kleinen Gruppe erlebt, sich dabei vielleicht auch sicherer und geborgener fühlt, findet im Netz viele Angebote – auch wohnortnah, einmalig oder beispielsweise auch wöchentlich, mit naturpädagogischem, gesundheitlichen und auch spirituellem Ansatz.

www.waldbaden-akademie.com
mit Kontaktadressen in ganz Deutschland, auch großstadtnah

www.waldwelt-netzwerk.at mit Kontaktadressen in ganz Österreich

Waldbade-Reiseziel-Inspirationen  

Für das tiefe und bewusste Eintauchen in die Waldatmosphäre – shinrin-yoku – wurden in Japan  Achtsamkeits- Sinnes -, Atem- und Wahrnehmungsübungen entwickelt. Experten für Waldbaden laden auch in vielen Urlaubsregionen  dazu ein. 

im Berchtesgadener Land 

Andrea Hochhäusler und Elfriede Wagner bieten im Wald ganz in der Nähe des Mauthäusl (S.6/7 in dieser Ausgabe) Waldbaden und Waldkräuter-Kurse an. 

www.waldbaden-im-berchtesgadener-land.de  und www.waldkraeuter.de

im Allgäu

Das DIANA Naturpark Hotel hat für seine Gäste das Waldbaden im Programm. 

im Schwarzwald

Beim Fastenwandern mit Aloisia der Stille des Waldes lauschen in der schönsten Region des Nord-Schwarzwalds: www.hotel-sonnenhof.de; www.viola-fasten.de