Städte von ihrer anderen Seite: Junges Matera

Im 2. Tipp unserer Reihe Städte von ihrer anderen Seite kennenlernen, entdeckt Reiseexpertin Martina Guthmann die erfrischende Kreativität im italienischen Mezzogiorno in Matera.

Kulturhauptstadt 2019 ist das süditalienische Matera. Seine Höhlenbehausungen aus dem 8. Jahrhundert, die ältesten Wohnsiedlungen der Erde, haben bereits 1993 den Ritterschlag zum Weltkulturerbe erhalten. Dieser Ortsteil Sassi zieht viele Touristen für eine Stippvisite an. Das Tuffplateau hat Jahrtausende lang eine wechselhafte Geschichte unter römischer, griechischer, byzantinischer Herrschaft durchlebt.
Viele Nachkommen derer, die noch vor 70 Jahren aus ihren ärmlichen Höhlenwohnungen ausquartiert wurden, leben heute in den „jüngeren“ Stadtteilen Materas. Sie engagieren sich mit viel Kreativität dafür, dass ihre Gäste nicht gleich wieder die nächste Küste ansteuern, nachdem sie die faszinierenden Höhlen besichtigt haben. Die „ODS open design school“ steht für Kunstprojekte, die sich frei zugänglich überall verstreut in den Stadtteilen Materas entdecken lassen: Das sind kostenlose Ausstellungen, Kunst-Installationen auf den Straßen und Plätzen, kreative Bushäuschen für den Transfer in die Altstadt, Sitzbereiche und Parkbänke in den grünen kreativen Ruheoasen von „Gardentopia“.
Um Matera zu verstehen und zu spüren, lohnt es sich, den stillen Morgen und den bezaubernden Abend auch aus der Distanz von einem anderen Stadtteil aus zu erleben. Von Belvedere aus ist der Blick auf die exponierte Stadt über den Sonnenuntergang hinaus einfach ergreifend. Bei der Anreise lohnt sich der Luxus der Langsamkeit mit der Bahn und mit jedem Tag des Verweilens versteht man, dass die Stadt Matera den Titel „Kulturhauptstadt“ verdient hat.

www.matera-basilicata2019.it

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Bildnachweis: Titelbild, Apt.matera-basilicata2019

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