Niccolò Machiavelli ( 3.5.1469 bis 21.6.1527) war ein italienischer Philosoph, der vor allem durch seine beiden Werke „Il Principe“ (der Fürst) und „I Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio“ (Discorsi) bekannt geworden ist, wobei „Il Principe“ das populärere ist. Er gilt als einer der bedeutendsten Staatsphilosophen der Neuzeit. Ihm ging es darum, die Macht analytisch zu untersuchen und die Differenz zwischen dem, was ist und dem, was sein soll, festzustellen und zu verdeutlichen. Machiavelli beschreibt den „idealen Fürsten“, den es bislang, seinen Beschäftigungen mit italienischen Fürsten, insbesondere mit Cesare Borgia, zufolge, in der Realität noch nicht gibt; er sieht seine Schrift aber als eine Anleitung, zum perfekten Fürsten zu werden. Es ist auch nicht notwendig, dass der Fürst sein Fürstentum und seinen Titel geerbt hat, sondern dass es besser ist, sich den Thron im politischen Spiel selbst errungen zu haben, weil er in diesem Fall eher legitimiert und vom Volk anerkannt wird. In dem Werk „ Il Principe-der Fürst als Herrscher“ formuliert Machiavelli die Grundsätze der Staatsräson, dass nämlich ein Herrscher, um die elementaren Notwendigkeiten des Staates zu erfüllen, „die Gesetze der traditionellen Moral verletzen können müsse, was die Trennung von Moral und Politik bedeutet, da er ansonsten mit dem Staat zusammen untergehe. Für einen Herrscher sei es gleichgültig, ob er als gut oder böse gilt, wichtig sei nur der Erfolg und die Voraussetzung, nicht vom Volk gehasst zu werden. Der Fürst soll sich nicht an den Gütern seiner Untertanen gütlich tun, sich nicht an ihren Frauen vergreifen und auch nicht einfach aus Spaß töten. Denn solange der Menschen Vermögen und Ehre nicht angetastet werden, solange leben sie zufrieden und werden auch den Fürsten nicht hassen und verachten. Der Fürst muss die traditionelle Moral wahren, er darf aber auch – im Interesse der Staatsräson – vor Gewalt und nicht zurückschrecken. „Denn ein Fürst, der sich behaupten will, muss sich auch darauf verstehen, nach Bedarf nicht gut zu handeln und dies tun oder lassen, wie es die Notwendigkeit erfordert“. Die Schrift „Der Fürst“ spielt eine wesentliche Rolle in den Debatten um den Machiavellismus. Dieser später entstandene Begriff wird oft als abwertende Beschreibung eines Verhaltens verwendet, das zwar raffiniert, aber ohne ethische Einflüsse von Moral und Sittlichkeit die eigene Macht und das eigene Wohl sieht. Aber so will Machiavelli nicht verstanden werden, sondern diese Schrift soll ein Leitfaden für einen idealen Fürsten sein, eine Staatstheorie sein.
In der Schrift „Discorsi“ entwickelt Machiavelli das Ideal einer Republik ohne Fürsten. Hier präsentiert er eine Analyse der Römischen Republik, um Prinzipien für eine stabile Republik zu entwickeln. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine Republik durch gute Institutionen und den Tugendmut der Bürger langfristig Stabilität und Freiheit sichern kann. Auch die Discorsi können als Staatstheorie verstanden werden. Von Helga Ranis
BUCH-TIPP
LEICHTER LEBEN MIT PHILOSOPHIE
Helga Ranis
Edition Quell ISBN 978-3-9819936-2-2, 14,90 Euro
Seit Jahren beschreibt Helga Ranis für www.quellonline.de die Erkenntnisse der großen Denkerinnen und Denker, die uns die Herausforderungen des Lebens leichter bewältigen lassen. Über die Jahre ist eine beeindruckende Sammlung an Rezepten und Strategien entstanden. Sie geben Inspirationen, wie die Menschen ihren Alltag gestalten können. Der Weg zur inneren Freiheit des stoischen Philosophen Epiktet fehlt in dieser philosophischen Hausapotheke ebenso wenig wie moderne Überlegungen über das Wesen der Arbeit von Axel Honneth. Das Spektrum reicht von Adorno bis Zizek.
Die Autorin Helga Ranis studierte Theologie und Philosophie und schöpft aus einem großen Fundus philosophischen Wissens.
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