Heizen mit Holz

Holz ist die Nummer eins unter den erneuerbaren Energien im Wärmemarkt.

Hierzulande heizt jeder vierte Haushalt mit Holz. Ob auf dem Land oder in der Stadt – mit Holz betriebene Feuerstätten sind beliebt. Der Vielfalt bei Kachelöfen, Heizkaminen, Kaminen oder Kaminöfen – wird nur durch das Bundesimmissionsschutzgesetz Grenzen gesetzt. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Wärmeverbrauch beträgt rund 14 Prozent. Davon ist der Energieträger Holz mit etwas mehr als zwei Dritteln (67,2 Prozent) die Nummer eins. Damit liegt Holz weit vor Geothermie und Solarthermie. Dieser Erfolg ist nicht überraschend. Historisch gesehen handelt es sich bei einer Holzfeuerstätte seit jeher um die natürlichste Art der Wärmeerzeugung. Doch der wichtigste Erfolgsfaktor hat mit dem Menschen selber zu tun. Denn ein Holzfeuer vermittelt ein positives Wohn- und Lebensgefühl. Die Menschen mögen die wohltuende Strahlungswärme und Behaglichkeit. Vielleicht spielt bei manchem Nutzer auch das Thema Sicherheit eine Rolle: Sollte es einmal zu einem Ausfall der konventionellen Wärmeerzeugung kommen, etwa durch einen Stromausfall, ist ein Holzofen eine sichere Notlösung für das Grundbedürfnis nach Wärme.

Günstig und regional verfügbar

Der erneuerbare Energieträger Holz ist regional verfügbar und das zu vergleichsweise günstigen Preisen. In Deutschland ist etwa ein Drittel der Landesfläche bewaldet. Pro Hektar produziert der Wald einen durchschnittlichen Holzzuwachs von 11,2 Kubikmetern jährlich. Der Wald – unsere grüne Lunge – kann aber nur funktionieren, wenn er nachhaltig genutzt und aufgeforstet wird. Jährlich bindet die Waldfläche in Deutschland 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2). Ein nachhaltiger Holzeinschlag und die Wiederaufforstung sind für unsere Umwelt unverzichtbar. Was die Holzfeuerungs- und Abgastechnik betrifft, so wurden in den vergangenen Jahren viele Fortschritte erzielt: Verbrennungstemperatur und Verweilzeit der Brenngase im Ofen wurden erhöht, die Verbrennungsluftsteuerung automatisiert, dazu kommen effiziente Abgasreinigungsfilter. Damit können moderne Öfen die Verbrennungsemissionen gering halten. (Siehe auch: Feinstaub aus Holzöfen).

Komfort auf Knopfdruck

In Neubauten tun sich Holzöfen jedoch schwer. Denn Neubauten sind oft so stark gedämmt, dass Holzöfen zu warm werden. Trend bei Neubauten sind deswegen gasbetriebene Öfen mit Holzscheitoptik. Sie bieten den Zauber eines echten Kaminofen-Feuers – aber mit allem Komfort, ohne sich um Holz kümmern zu müssen. Wer über einen Erdgasanschluss verfügt, hat den Brennstoff automatisch im Haus, für alle anderen gibt es auch Modelle mit Flüssiggas (Propan). Selbst der Ofenkenner bemerkt kaum einen Unterschied zum echten Holzfeuer. Das Flammenbild wird durch ausgeklügelte Verbrennungstechniken täuschend echt und mehrdimensional dargestellt. Meist sind die Geräte mit feuerfesten keramischen Holzscheit-Imitaten ausgestattet. Eine präzise abgestimmte Sauerstoffzufuhr sorgt für die natürliche Holzfeueroptik mit möglichst langen gelben Flammen. Gasfeuerstätten erreichen mit zirka 75 Prozent ähnlich effektive Wirkungsgrade wie Holzfeuerungsanlagen. Auch in der Heizleistung (zwischen 3 und 8 kW) können sie mit holzbefeuerten Öfen mithalten. Gas verbrennt nahezu rückstandsfrei, schadstoffarm, umweltfreundlich und ohne Geruchsbildung. Und weil Feinstaub kein Thema ist, ist man auch bei den neuen Vorgaben der Bundesimmis- sionsschutz-Verordnung (BImSchV) und künftigen Umweltauflagen durch den Gesetzgeber auf der sicheren Seite. Wer abends von einem wohltemperierten Raum und einem lodernden Kaminfeuer empfangen werden möchte, kann die Ein- und Ausschaltzeit vorher programmieren. Gasfeuerstätten verkörpern Lifestyle, Design und zeitgemäßes Wohlfühl- ambiente. Auch in modernen Architekturkonzepten, im städtischen Bereich sowie in Hotels und Wellnesscentern werden sie gerne eingesetzt. Überall, wo Heizen mit Holz nicht möglich ist, sind Gasfeuerstätten die Lösung für ein echtes Feuererlebnis.

Feinstaub aus Holzöfen

Was die Emission von Feinstaub betrifft, so wird den Feuerstätten oft der „Schwarze Peter“ zugeschoben. Doch sie sind nicht die Hauptverursacher von Feinstaubemissionen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) beträgt der Feinstaub aus Holzfeuerung rund 10 Prozent – die Hauptanteile liegen laut UBA in den Bereichen Landwirtschaft, Verkehr und Industrie. Mit der Novellierung der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) im Jahr 2010 hat Deutschland neue Maßstäbe an das Emissionsverhalten von Feuerstätten gesetzt. Erstmals wurden Anforderungen nicht nur an Neu-, sondern auch an Bestandsgeräte gestellt. Neue Holzfeuerungen verursachen bis zu 85 Prozent weniger Emissionen als viele Geräte aus dem letzten Jahrhundert. Darin steckt ein großes Modernisierungspotenzial. Denn 82 Prozent der Feuerstätten sind älter als sieben Jahre und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik.

Anzünden: Richtig Heizen mit Holz

So lassen sich Holzfeuer so gut und emissionsarm wie möglich anzünden:
• Trockenes Holz von guter Qualität verwenden
• Die passende Holz­men­ge in den richtigen Scheit­größen aufschichten
• Ausreichend Sauerstoff zuführen
• Richtig anzünden, am besten von oben
Mehr Tipps und Informationen unter
www.richtigheizenmitholz.de

Fristen – zur Nachrüstung

Seit 31.12.2014 sind Altanlagen (40 Jahre oder älter) nach den gesetzlichen Vorgaben nachzurüsten oder auszutauschen.

Seit 31.12.2017 müssen alle Anlagen nachgerüstet oder ausgetauscht worden sein, deren Typprüfung vor 1985 erfolgte.

Weitere Fristen sind der 31.12.2020 für Öfen, deren Typprüfung vor 1995 erfolgte und der 31.12.2024 für Festbrennstoffgeräte mit Typprüfung vor dem 22.03.2010.

Neue (ab 22.03.2010 errichtete) oder wesentlich geänderte Feuerungsanlagen müssen im Rahmen einer regelmäßigen Feuerstättenschau vom Schornsteinfeger überwacht werden. Er weist auch auf einzuhaltende Fristen hin.

Weitere nützliche Tipps und Infos unter
www.kachelofenwelt.de

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