Der Quellenpavillon in Bad Lauchstädt ist ein Gebäude der ganz besonderen Art. Mit seinen acht Seiten zieht das „Oktagon“ genannte Gebäude die Besucher schon beim Betrachten von außen in seinen Bann. Innen soll ab Frühsommer 2026 frei zugänglich der Bad Lauchstädter Brunnen sprudeln, deren Beurteilung die Goethestadt Bad Lauchstädt erst kürzlich beim Deutschen Institut für Gesundheitsforschung gGmbH in Auftrag gab. Der habilitierte Balneologe Professor Karl-Ludwig Resch
legte im Oktober 2025 die Ergebnisse dieser Untersuchung vor und kam zu dem Schluss: Der Bad Lauchstädter Brunnen erfüllt die Kriterien, um als Heilquelle staatlich anerkannt werden zu können.
Das für Bad Lauchstädt wichtigste Argument: Der mehrere Jahrhunderte währende Einsatz der Quelle als Heilwasser lässt auf eine medizinische Wirkung schließen. Schon seit dem Jahr 1710 wird der Bad Lauchstädter Brunnen therapeutisch genutzt. Vom frühen 18. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren in Bad Lauchstädt Badeärzte tätig, die Aufzeichnungen gemacht und Berichte geschrieben haben. Und viele davon legen nahe, dass das Wasser medizinisch wirksam ist.
Dokumentierte Wirkungen
Der erste war der Hallesche Professor Friedrich Hoffmann, der der Quelle in Bad Lauchstädt eine heilende Wirkung attestierte. Das war die Geburtsstunde des gerade im Ausgang des 18. Jahrhunderts sehr mondänen Kurbades. Auch andere Gelehrte wie etwa der Freiberger Bergphysikus Friedrich Henckel oder der Badearzt Daniel Gottfried Frenzel dokumentierten die Wirkungen des Heilwassers. Insgesamt haben sich mehr als zehn Badeärzte mit dem Wasser beschäftigt. 1922 wurde das Wasser der Lauchstädter Heilquelle offiziell als Arzneimittel anerkannt, 1925 bekam das Mineralheilbad Lauchstädt das Recht zugestanden, sich Bad Lauchstädt zu nennen.
Heilquelle, aber kein Arzneimittel
Im Laufe seiner wechselvollen Geschichte hat der Bad Lauchstädter Brunnen seine beiden Anerkennungen als Heilquelle und Arzneimittel verloren. Sobald das Wasser im Oktagon sprudelt, will die Stadt für den frei zugänglichen Brunnen bei der Arzneimittelbehörde erneut die Anerkennung als Heilquelle erwirken. Damit will die Goethestadt an ihre Tradition des Kurbades anknüpfen.
Wem die Fahrt nach Bad Lauchstädt zu weit ist, der kann sich auch im Getränkemarkt mit Bad Lauchstädter Brunnen eindecken. Anders als früher wird das in Flaschen abgefüllte Wasser zwar nicht mehr als Heilwasser verkauft. Denn die erneute Anerkennung als Arzneimittel ist aufwändig und langwierig. Aufgrund dieser Entscheidung wird es voraussichtlich schon im Frühsommer 2026 so weit sein, dass St. Leonhards das Wasser abfüllen und bundesweit in den Handel bringen kann. Liebhaber des Wassers, die so lange darauf verzichten mussten, können dann wieder Bad Lauchstädter Brunnen trinken und das Wasser wird sicherlich auch neue Konsumenten von seinem frischen Geschmack und seinen aktivierenden Eigenschaften überzeugen. QC76W01
Interview mit Bürgermeister Christian Runkel
Quell: Herr Runkel, welche Rolle spielt der Bad Lauchstädter Brunnen für die Stadt?
Christian Runkel: Das Heilwasser hat die Basis für die Entwicklung vom kleinen Städtchen zum Luxusbadeort gelegt. In früheren Zeiten kamen wohlhabende Menschen aus ganz Mitteleuropa, um hier zu kuren.
Quell: Was tut die Stadt, um an der alten Geschichte als Kurort anzuknüpfen?
Christian Runkel: Wir haben zum einen ein medizinisch-balneologisches Gutachten beim Deutschen Institut für Gesundheitsforschung in Auftrag gegeben und bemühen uns um die Anerkennung des Bad Lauchstädter Brunnens als ortsgebundenes Heilmittel. Wir haben viel Geld investiert, um das historische Kurmittelhaus zu sanieren. Dort kann man das Wasser trinken, inhalieren und kneippen.
Quell: Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit St. Leonhards?
Christian Runkel: Wir sind froh, dass das Wasser nun wieder abgefüllt wird. Der Bad Lauchstädter Brunnen war ja das einzige Vertriebs-Heilwasser der neuen Bundesländer und hat eine hohe Beliebtheitsrate. In der ehemaligen DDR war das Wasser so genannte Bückware und nur schwer zu bekommen. Das soll sich nun ändern.
Quell: Wird es im Jahr 2026 wieder ein Brunnenfest geben?
Christian Runkel: Ja, es soll größer und noch vielfältiger als bisher werden. Wir wollen zwei Bühnen haben – eine im Kurpark und eine im Innenhof des Bad Lauchstädter Brunnens. Damit wollen wir auch überregional Aufmerksamkeit erzielen.
Bad Lauchstädter Brunnen
Bad Lauchstädter still
Bad Lauchstädter still ist ein echter Klassiker – sanft, rein und ohne Kohlensäure. Es überzeugt mit seinem natürlichen Mineralienreichtum, darunter Calcium, Magnesium, Hydrogencarbonat und Sulfat, die für einen ausgewogenen Genuss sorgen. Perfekt für alle, die ein stilles Mineralwasser mit historischem Charme und moderner Qualität suchen. Ideal als Begleiter bei kulturellen Anlässen oder einfach für den täglichen Moment der Entspannung.
Bad Lauchstädter medium
Lauchstädter medium bietet eine leichte, erfrischende Kohlensäure, die den Geschmack des historischen Quellwassers perfekt unterstreicht. Zum Einsatz kommt natürliche Quellkohlensäure vulkanischer Herkunft. Die moderate Sprudelnote macht das natürliche Mineralwasser zum idealen Begleiter für jeden Anlass – ob bei einer Kur, einem Fest oder einfach im Alltag.
Jeweils als 1-Liter oder 0,33-Liter erhältlich.
www.bad-lauchstaedter-brunnen.de
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