Stoffwechseltuning

Erstaunliche Erkenntnisse über die heilende Wirkung typengerechter Ernährung: Der Stoffwechselberater Bernhard Röhrl gibt Auskunft.

Quell: Wie beurteilen Sie die klassischen Ernährungsempfehlungen, wie sie etwa durch die Ernährungspyramide dargestellt werden?

Röhrl: Die klassische Ernährungspyramide widerspricht meinen Erfahrungen. Oder fahren Sie mit Ihrem Auto an die Tankstelle und tanken ein wenig Super, ein wenig Benzin und ein wenig Diesel? Diäten gibt es in Fülle, von der Trennkost bis zur Eiweißernährung. Aber sie beschreiben nur einseitige Aspekte. Jeder Mensch, vor allem der Kranke, soll sich gemäß seines metabolischen Profils ernähren. Ernährungsempfehlungen müssten eigentlich so unterschiedlich sein wie die Kleidungsgröße, schreibt beispielsweise Prof. Hannelore Daniel vom Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der TU München.  Das bedeutet: Jeder Mensch verfügt über sein individuelles metabolisches Profil, wonach er sich ernähren sollte.

Quell: Was passiert, wenn ich mich nicht stoffwechselgerecht ernähre?

Röhrl: Ohne den richtigen „Sprit“ geht die Energie verloren. Erschöpfung, Schmerzen und Übersäuerung, der Anfang unzähliger Krankheiten, treten auf. Eine Anamnese zum Ernährungsverhalten des Patienten beziehungsweise ein Blick auf seine Beschwerden geben einen ersten Hinweis auf seinen Ernährungstyp. Für die professionelle Analyse ist das CRS-Verfahren zu empfehlen. Hier wird per Lichtmessung ein Screening wichtiger Stoffwechselfunktionen, wie Regulation entzündlicher Prozesse, Schutz vor Übersäuerung, allergische Aktivierungen und Bindegewebe durchgeführt (siehe auch Randspalte).

Quell: Was kann das Ergebnis einer solchen CRS-Analyse sein?

Röhrl: Die Analyse könnte zum Beispiel ergeben, dass ich ein Eiweißtyp bin. Ich müsste in etwa mediterran essen, beispielsweise Fisch und Salat, Ente mit Blaukraut, Käse ohne Brot, auf keinen Fall Zucker, Weißmehl und andere raffinierte Produkte. Übrigens gehören eine ganze Reihe entzündlicher Erkrankungen in diesen Formenkreis: Darmerkrankungen, Rheuma, Allergien, Asthma, Diabetes, Bluthochdruck und so weiter. Meine Praxiserfahrung zeigt, dass Betroffene hier wesentliche Verbesserungen erzielen können, indem sie Kohlehydrate reduzieren oder teilweise komplett weglassen.

Quell: Lassen sich die Krankheitsbilder auch für die anderen Ernährungstypen zusammenfassen?

Röhrl: Der Mischtyp verträgt eigentlich alle Lebensmittel gut. Zucker nehme ich da mal aus, weil er jeden Menschen übersäuert. Problematisch wird es, wenn Verhärtungen, Bewegungseinschränkungen und Einlagerungen auftreten: Bänderriss, Fersensporn, Karpaltunnelsyndrom, Gicht, aber auch bestimmte Formen von Gastritis und Migräne gehören dazu. Während der Eiweißtyp eher erschöpft ist, wirkt sich falsche Ernährung beim Kohlehydrattyp oder Mischtyp eher durch Stress aus. Er merkt lange nichts, dann aber schlägt die Säure zu. Ernährungsumstellung ist ein erster Schritt. Er wird tierisches Eiweiß meiden, vielleicht sogar fasten oder eine Kraut- und Rübendiät anstellen müssen.

Quell: Welche Unterstützung ist zusätzlich zur richtigen Ernährung sinnvoll?

Röhrl: Die gezielte Nahrungsergänzung. Nicht einfach irgendwelche Vitamine nehmen! Der Eiweißtyp braucht vorwiegend hochwertige Enzyme, die Entzündungsprozesse nicht unterdrücken, sondern ausheilen helfen. Der schon übersäuerte Mischkosttyp kann durch basische Mineralien (zum Beispiel hochwertiges Muschelschalenpulver) Säure loslassen.
Gute Entsäuerungsmittel erkennt man daran, dass der pH-Wert im Morgenurin nicht basisch wird, sondern noch sauer. Das ist ein Hinweis darauf, dass der Körper jetzt mehr Säure ausscheiden kann. Passendes Indikatorpapier gibt es in der Apotheke. Der Vitaminmangel ist übrigens nicht so hoch, wie allgemein vermutet. Hingegen fehlen sehr, sehr vielen Menschen Bitterstoffe oder Kräuter, die die Drüsen aktivieren und bei der Verdauung und Entgiftung helfen.

Quell: Welche Rolle spielt Wasser für die typgerechte Ernährung?

Röhrl: Gutes, lebendiges Wasser, wie etwa das Wasser von St. Leonhards, reguliert alle Stoffwechselfunktionen. Wasser ist Transportmittel für alle Stoffe, Antioxidantien und Energiespender, fast schon geistige Ernährung. Und hilft manchmal, dass wir nicht so viel essen. Die Grundlage der Entstehung unzähliger Krankheiten ist die Übersäuerung. Die Grundlage zur Gesundung ist die Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Das geschieht oft und am einfachsten mit Wasser.
Das richtige Wasser ist für die meisten Menschen stilles Wasser, das in erster Linie schmeckt und Leute erfahren lässt, dass sie mehr Durst entwickeln, mehr trinken, anfangs mehr zur Toilette gehen. Es soll nicht von Oberflächenwasser kommen, weil es höhere Belastungen aus der Umwelt mitbringt. Gefiltertes Wasser verliert in der Regel seine Natürlichkeit, seinen Mineraliengehalt, seine Zellverfügbarkeit. Sehr problematisch sind Plastikflaschen, vor allem, wenn sie in der Sonne gestanden haben. Denn über die Weichmacher der Flasche können Toxine ins Wasser wandern. Die Bedeutung von gutem, lebendigen Wasser, das von selbst aus der Tiefe kommt, ist übrigens auch durch die CRS-Analyse nachvollziehbar. Messreihen konnten nachweisen, dass sich die Zellteilungsaktivität, der Schutz vor Übersäuerung und andere Werte verbessern.

Foto: CRS

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