Putzmittel selbst gemacht

Die meisten Putzmittel, die wir kaufen, bestehen überwiegend aus Wasser und produzieren durch ihre voluminöse Verpackung viel Müll. Wer seine Putzmittel selber herstellt, kann nicht nur die Deponien von Plastikmüll entlasten, sondern auch seinen Geldbeutel. All die vorgestellten Putzmittel kosten – auf die eingesetzte Menge umgerechnet – weniger als einen Euro.

Rezept 1: Zitronen- und Lavendelspray
Der angenehme natürliche Duft von Zitronen und Lavendel machen aus diesem Putz-Spray die reine Freude bei der Anwendung. Er eignet sich prima um leicht verschmutzte Arbeitsflächen oder Tische zu reinigen. Zitrone und Natron sind klassische Reinigungs-Partner. Lavendelöl duftet nicht nur nach Sauberkeit, sondern tötet auf natürliche Weise Bakterien ab.

• Zutaten: 3 Zitronen, 3 Teelöffel Natron, 1 Tropfen Spülmittel, drei Tropfen Lavendelöl

Pressen Sie den Saft von drei Zitronen in einen Cocktail-Mixer oder in ein großes Glas mit Schraubdeckel und geben Sie drei Teelöffel Natron dazu. Die Säure der Zitrone und die Base des Natrons produzieren ein heftiges Geblubber. Wenn das Geblubber in sich zusammen gefallen ist, geben Sie einen Tropfen Spülmittel, drei Tropfen Lavendelöl und Wasser dazu (im Verhältnis zwei zu eins zur Zitronen-Mischung). Gut schütteln, in die Sprühflasche umfüllen und gleich verwenden.

Rezept 2: Essig, Rosmarin und Teebaumöl
Diese  Mischung eignet sich dafür, Schmutzflecken von Lebensmitteln – auch von Tee und Wein – zu beseitigen. Auch Fettschichten oder Flecken von übergekochtem Kaffee auf dem Herd packt diese Mischung. Die adstringierenden Eigenschaften von Rosmarin und die antibakteriellen Fähigkeiten von Teebaumöl ergeben ein Powerpack und übertönen den strengen Geruch des Essigs.

• Zutaten: Ein Zweig Rosmarin, 150 ml Weinessig, 3 Teelöffel Natron, 1 Tropfen Spülmittel

Geben Sie einen Zweig Rosmarin in einen Kochtopf und schütten Sie 150 ml Weinessig dazu. Bringen Sie das Ganze zum Kochen, schalten Sie den Herd aus, lassen aber den Topf auf der Herdplatte stehen, bis der Essig kalt geworden ist. Geben Sie drei Teelöffel Natron dazu, einen Tropfen Spülmittel und drei Tropfen Teebaumöl. Schütteln Sie das Ganze in einem großen Glas und füllen es in eine Sprühflasche.

Rezept 3: Essig, Borax-Substitut und Rosenöl
Dieses ist das kraftvollste der vorgestellten Rezepte und die Mischung lässt sich überall im Haus einsetzen, auch im Badezimmer – etwa um Schimmel zu bekämpfen oder alte Ablagerungen in der Toilette zu beseitigen.

• Zutaten: 2 gehäufte Teelöffel Borax-Substitut, 100 ml Weinessig, 1 Tropfen Spülmittel, drei Tropfen Duftöl der Wahl

Borax-Substitut wirkt noch effektiver als Natron. Rosenöl ist ein natürliches Deodorant und wirkt leicht antiseptisch, aber Sie können auch ein anderes Duftöl Ihrer Wahl verwenden. Mischen Sie zwei Teelöffel Borax Substitut mit etwa 100 ml Essig in einem Gefäß, das groß genug ist, um wildem Geblubbere standzuhalten, das durch die Mischung entsteht. Fügen Sie einen Tropfen Spülmittel und drei Tropfen Duftöl dazu und gießen Sie das ganze mit warmem Wasser auf und füllen Sie es in die Sprühflasche.

Natron: der Alleskönner
Der chemische Name von Natron ist Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) und es gibt dieses altbewährte Hausmittel günstig in Supermärkten und Drogerien zu kaufen. Gelegentlich werden für Natron auch die Bezeichnungen Natrium-Bicarbonat oder Soda verwendet. Natriumhydrogencarbonat ist eine natürlich vorkommende Substanz und wurde vom 20. Jahrhundert an zum Backen von Brot und Kuchen verwendet. Sie bindet und neutralisiert alle Säuren und wirkt mild alkalisch. (Es ist auch in Backpulver enthalten, aber dieses enthält häufig auch noch andere Substanzen).
Natron hat reinigende Eigenschaften, weswegen es früher viel im Haushalt verwendet wurde, es kann aber auch dafür genutzt werden, die Zähne zu putzen oder den Körper zu entsäuern.

Borax-Substitut: kraftvoll und ergiebig
Lange Zeit galt Borax im Haushalt als wirksamer und billiger Alleskönner. Denn das natürlich vorkommende Mineral lässt sich zum Putzen, Bleichen, Waschen, Desinfizieren, zur Beseitigung von Schimmel und zum Bekämpfen von unangenehmen Gerüchen einsetzen. Seit 2009 darf reines Borax laut Chemikalien-Verordnung nicht mehr an private Endverbraucher abgegeben werden, weil es im Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Seither gelten Borax-Substitute bei Putz-Profis als Geheimtipp und als kraftvoller Problemlöser im Haushalt.
Borax-Substitut wird beispielsweise von der Drogerie Nierle in Freising hergestellt und kann über den Quell-Shop bezogen werden. Eine Dose mit 950 Gramm kostet 13 Euro und ist sehr ergiebig.

 

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Foto: Monika Frei-Herrmann

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