“Mutter Erde” – eine kleine Insel im hektischen München

Mit Mutter Erde kann man Vieles verbinden: Wärme, Nahrung, Nachhaltigkeit, Ganzheit. Oder ganz real und erdverbunden steht dieser Begriff für einen Naturkostladen. Der Bioladen „Mutter Erde“ besteht schon seit knapp 25 Jahren und gehört zu den ältesten Bioläden in München. In unserer schnelllebigen Zeiten fühlt sich dieser Laden wie eine kleine Insel mitten in der Großstadt an. Eine Insel, in der Stammkunden wie Freunde behandelt werden und in der man sich aber auch als Kunde, der zufällig vorbei kommt, gut aufgehoben fühlt.

Klein und Regional      

Besonders groß ist der Laden in der Amalienpassage nicht, aber beim Sortiment achtet Inhaber Gerhard Egger darauf, die kleinen und regionalen Anbieter zu bevorzugen. So gibt es zum Beispiel Bio-Köstlichkeiten von Anna (Kuchen im Glas, Marmeladen, Sirup). Anna kann und will gar nicht im großen Stil herstellen. Oder das Ost und Gemüse, das soweit möglich immer aus der Region oder zumindest aus Europa kommt. Ananas und Kokosnüsse findet man deshalb bei „Mutter Erde“ nicht. Dieses Kleine und Regionale ist dem Inhaber besonders wichtig, wie er im Gespräch mit Quell betont. Darum arbeitet er auch seit Jahren mit regionalen Großhändlern zusammen, die nicht mit Ketten oder Supermärkten kooperieren.

Gerhard Egger führt den Laden seit 20 Jahren mit viel Liebe und sozialem Engagement. Das äußert sich beispielsweise auch dadurch, dass er jeden Tag in der Früh das Frühstück für seine „Erdlinge“ macht. Die „Erdlinge“ sind ein bunt gemischter „Haufen“ von Leuten, die helfen wenn´s brennt, sich kreativ in die Ladengestaltung einbringen und zum liebenswert-chaotischen Flair des Ladens beitragen. Das mit dem Frühstück erfährt Quell von einer Mitarbeiterin und sie strahlt, als sie es uns erzählt.

Mittags-Imbiss – ein Herzstück von „Mutter Erde“

Das Regionale gilt natürlich auch für den Mittags-Imbiss. Jeden Tag wird frisch gekocht, es gibt ein Tagesgericht, vier Rohkostsalate und eine Suppe. Die Mitarbeiterin, die uns das mit dem Frühstück verraten hat, glaubt, dass die Kunden die sehr kleine Auswahl als angenehme Abwechslung zu den schier unbegrenzten Möglichkeiten des hektischen Alltags empfinden. Da ist sie wieder, die Insel, der Rückzugsort von dem Viel zu Vielen. Fast schon logisch, dass die Gerichte von Montag bis Donnerstag vegan sind, am Freitag gibt es dafür was für die Vegetarier aus dem Ofen, dann gerne auch mit Käsekruste. Am Samstag kann man sich vor dem Einkaufsstress mit einem veganen Frühstück stärken, mit selbstgemachten Aufstrichen, warmem Himbeer-Porrige und Smoothies.

An den kühlen Tagen genießt man die gesunden Leckereien in einer kuscheligen Fensternische oder an langen Stehtischen aus Holz. In den warmen Monaten gibt es vor dem Laden Holzbänke, auf denen man leicht mit der eingeschworenen Gemeinde der Mutter-Erde-Mittagsgäste ins Gespräch kommt. Man kennt und grüßt sich und erkundigt sich nach dem Befinden. Diese Beschreibung der Mittagsatmosphäre findet sich übrigens in einem speziellen Reiseführer „Alternativ unterwegs in München“, einem Reiseführer den Gerhard Egger ebenfalls in seinem Sortiment führt und von dem er nur bescheiden meinte, da steht wohl auch was über „Mutter Erde“ drin.

Etwas anthroposophisch darf es auch sein

Zum Abschluss unseres Abstechers zur „Mutter Erde“ machte uns Gerhard Egger noch auf eine weitere Besonderheit seines Ladens aufmerksam: Beim Bau des Ladens hat der Architekt auf anthroposophische Grundsätze geachtet. Das trägt auch zur warmen Atmosphäre des Ladens bei.

Auf jeden Fall kann es gar nicht genug von solchen kleinen Inseln geben und „Mutter Erde“ ist ein gutes Beispiel dafür.

http://www.muttererde-bio.de