Lichtbad am Monte Verita

Sonne belebt. Sonne steigert die Laune und lässt trübe Gedanken verblassen. Kein Wunder, dass die meisten Deutschen in ihrem Urlaub am liebsten sonnige Gefilde aufsuchen.
Martina Guthmann beschreibt Begegnungen mit den Heilmitteln Licht und Sonne.

Am Lago Maggiore den Anfängen der Körperkultur nachspüren

Das wahre naturnahe Leben wollten sie leben, die intellektuellen Aussteiger, die sich vor fast 120 Jahren den 321 Meter hohen Berg über Ascona als Sehnsuchtsort für ihre Visionen von Licht, Liebe und  Körperkultur auserkoren. In weich fließenden Kleidern oder auch ganz nackt – statt in den sonst üblichen steifen Korsetts – genossen sie das Licht des Tessins, Früchte und Gemüse statt Fleisch und Alkohol, schätzten sprudelnde Quellen statt sanitärer Errungenschaften des Wohlstands. Auch wenn sie damals als Spinner abgetan wurden, so liest sich die Liste derer, die sich von den Aussteigern am Monte Verita faszinieren ließen, wie das Who is Who der Vordenker des frühen 20. Jahrhunderts – von Hermann Hesse bis Max Weber. Noch heute lässt sich auf dem Monte Verita der Geist dieser Avantgardisten spüren, auch wenn von den ursprünglichen Gebäuden nichts mehr zu sehen ist. Ein Hotel im Bauhaus-Stil mit herrlichem Park erinnert an die Willenskraft und Lebensfreude der damaligen Visionäre.

www.monteverita.org

Bildnachweis: swiss-image.ch | Christof Sonderegger

QC47F07