Gen – freie Ernährung

Je mehr Menschen über die Gentechnologie erfahren, desto kritischer werden sie, und zwar vor allem wenn es um das eigene Essen geht. Dieses Buch öffnet die Augen für mehr Achtsamkeit – für uns selbst und die ganze Welt.

Ein junges Mädchen im Krankenhaus mit unerklärlichen Symptomen. Ein Arzt, der genau hinschaut und hinterfragt. Die Diagnose: „krank durch genveränderte Lebensmittel“. Diese sich an Tatsachen anlehnende Geschichte erzählt Christian Salvesen im Laufe des Buches weiter –mit einem Happy End. So liest sich sein Buch – bei einer enormen Informationsdichte über die Gentechnologie – leicht verständlich und orientiert sich an unseren Lebensumständen. Salvesen lässt Experten aus unterschiedlichen Disziplinen und Ländern zu Wort kommen, die mit ihren Studien und Büchern den Finger auf die Verschleierungstechniken der Gentechnikindustrie gelegt haben und er trägt besorgniserregende Fakten zusammen.

GVO-Freie Lebensmittel

Zwar ist in Deutschland zurzeit der Anbau von genveränderten Pflanzen verboten, doch bedeutet das nicht, dass die uns zugänglichen Lebensmittel gvo-frei, also frei von genveränderten Organismen, sind. Bereits 10 Prozent der globalen Landwirtschaftsfläche – 148 Mio. Hektar – sind mit genveränderten Pflanzen bepflanzt, insbesondere in USA, Brasilien, Argentinien, Indien, Kanada und China. Betroffen sind 52 Prozent aller Soja- und 32 Prozent aller Maispflanzen. Genveränderter Mais wird auch in einigen EU-Ländern angebaut. Für Käse oder Fleisch von Kühen, die mit Gen-Mais gefüttert wurden, besteht EU-weit keine Kennzeichnungspflicht. Auch Honig von genveränderten Pflanzen lässt sich auf dem Etikett nicht als solcher identifizieren. Verarbeitete Produkte können bis zu 0,9 Prozent Zusatzstoffe enthalten, also Geschmacksverstärker oder Enzyme, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt wurden. Dies betrifft unter anderem industrielle Backwaren oder Energy-Drinks. Auch biologisch abbaubare Plastikflaschen können aus Gen-Mais hergestellt sein. Allergische Reaktionen oder wiederkehrende Übelkeit gehören noch zu den harmloseren Schäden durch genveränderte Nahrung. So erwähnt Salvesen in seinem Buch bedenkliche Studienergebnisse: Hühner, die mit gentechnisch veränderten Mais gefüttert wurden, hatten eine doppelt so hohe Sterblichkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe. Mit glyphosat-resistentem Soja gefütterte Mäuse zeigten nachweisbare Gesundheitsschädigungen durch die genveränderte Nahrung. All diese globalen wie individuellen Katastrophen resultieren daraus, dass bei aller Forschung das Spiel mit der Doppelhelix undurchschaubar und riskant bleibt. Das ganze Ökosystem wird mit Substanzen konfrontiert, auf die die Evolution nicht vorbereitet ist. Doch macht das Buch auch Hoffnung und zeigt Lösungsansätze auf. Salvesen spannt gelungen den Bogen zwischen Ernährung und Gesundheit, zwischen Gentechnologie und ökologischer Landwirtschaft. Und er widmet ein Kapitel dem Buch Food Crash von Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, der sich seit mehr als 25 Jahren als Landwirt für ökologischen Landbau einsetzt und die Machenschaften der Saatgutkonzerne anprangert: „Es ist genug da für jedermanns Mahlzeit, doch nicht für jedermanns Gier.“ Weltweit könnten alle Ernährungsprobleme mit ökologischer Landwirtschaft gelöst werden, die Welt braucht keine Gentechnik zum Überleben. Im Gegenteil – so bringt Prinz Felix zu Löwenstein es auf den Punkt: „Wir werden uns ökologisch ernähren – oder gar nicht mehr.“

Buch-Tipp

GENveränderte
Nahrungsmittel
Christian Salvesen

Verlag:
Kamphausen Media
ISBN 978 – 3958834019
215 Seiten, 17,50 Euro

Dieses Buch konnte durch die Unterstützung der Hofpfisterei erscheinen, die sich seit vielen Jahren in vielfältiger Weise für eine gentechnikfreie Landwirtschaft einsetzt. Mit der Förderung des Ökolandbaus in Bayern und in ganz Deutschland leistet das Unternehmen mit der dazugehörigen Meyermühle einen wesentlichen Beitrag dafür, dass im Bereich der Pflanzenzüchtung keine gentechnischen Verfahren (Grüne Gentechnik oder Agrogentechnik) Anwendung finden.

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