Das Tiroler Zahlenrad

Buch-Tipp

Es klingt gewagt, mit den Zahlen seines Geburtstags den Charakter eines Menschen beschreiben zu wollen. Die Bestseller-Autoren Johanna Paungger und Thomas Poppe haben nun ein Buch vorgelegt, das zumindest als amüsantes Gesellschaftsspiel tauglich ist.

Mit ihrem Buch „Vom richtigen Zeitpunkt“ gelang Anfang der 1990er Jahre dem Autorenpaar Paungger/Poppe ein fulminanter Durchbruch. Sie waren die ersten, die das in Tirol seit Jahrhunderten eingesetzte und fast verloren gegangene Wissen um die Bedeutung der Mondrhythmen der Öffentlichkeit wieder zugänglich machten. Damit legten sie den Grundstein für eine Bewegung, die mittlerweile bis in die Friseursalons und Zahnarztpraxen hineinspielt. Inzwischen verwundert es kaum einen mehr, wenn sich ein Kunde seinen Haarschneide-Termin nach dem Mondkalender aussucht (Mond im Löwen oder in der Jungfrau) oder für Zahnbehandlungen bestimmte Termine strikt meidet (Mond im Widder oder Stier).
Wer dieses Mondwissen von Johanna Paungger und Thomas Poppe über längere Zeit ausprobiert, der macht die Erfahrung: es ist was dran. Putzarbeiten zum Beispiel gehen leichter von der Hand, wenn der Mond im Zeichen der Fische steht und selbst Texte schreiben sich einfacher, wenn man darauf achtet, Zwillings-Monde dafür zu nutzen.

Talente und Fähigkeiten besser einschätzen
Nun also das „Tiroler Zahlenrad“: Nach eigenem Bekunden hat Johanna Paungger jahrzehntelang damit gerungen, ob sie dieses in ihrer Familie so selbstverständlich genutzte Wissen überhaupt preisgeben soll. Denn das Zahlenrad war „also im eigentlichen Sinne eine Geheimwissenschaft“, so schreibt sie, mit dessen Veröffentlichung man auch leicht anecken kann. Dass sie es nun getan hat, ist den hilfreichen Effekten des Zahlenrads zu verdanken: Es soll Menschen dabei helfen, ihre Talente und Fähigkeiten besser einzuschätzen und große und kleine Veränderungen in ihrem Leben vorzunehmen. In vielen Beispielen beschreibt Johanna Paungger, wie sie selbst vom Tiroler Zahlenrad profitiert hat. In ihrer Jugend, in der sie oft auf Kinder aufpasste, kam ihr nach eigenem Bekunden dieses Wissen immer zugute, da sie anhand der Geburtszahlen sofort wusste, wie sie am besten mit dem jeweiligen Kind umgehen sollte. Auch später als Nachhilfe-Lehrerin für schulschwache Kinder, kam ihr dieses Wissen zupass: Damit gelang es ihr beispielsweise ein aggressives Kind, das kaum Deutsch sprach, durch die zweite Klasse zu bringen und zu verhindern, „dass es in Resignation und Wut abglitt“.

Charismatischer Norden – leidenschaftlicher Süden
Die Einteilung des „Tiroler Zahlenrads“ ist schnell begriffen: jeweils zwei Zahlen werden zu fünf verschiedenen Gruppen zusammengefasst. Sie repräsentieren jeweils unterschiedliche Eigenschaften. Insgesamt gibt es 31 Kombinationen dieser Zahlen, „Sig-naturen“, die die Autoren in ihren Chancen und Herausforderungen ausführlich beschreiben. Doch selbst wenn man sich nur die wesentlichen Eigenschaften der einzelnen Zahlen merkt, dann kann man schnell daraus ein amüsantes Denkspiel entwickeln, das sich jederzeit im Kopf durchspielen lässt: Der Kollege hat die Neun oder Vier in seinem Geburtsdatum? Das Monetäre und Materielle, also Geschick im Umgang mit Geld ist dem „Kind des Westens“ in die Wiege gelegt. Menschen, denen diese Zahlen fehlen, tun gut daran, ihre Defizite durch die Zusammenarbeit mit „Neunern“ oder „Vierern“ auszugleichen.
Der kühle, rationale „Nordmensch“ – repräsentiert durch die Zahlen Eins oder Sechs in seinem Geburtsdatum lässt sich am besten durch einen temperamentvollen „Süd-Menschen“ (Zwei oder Sieben im Geburtstag) ergänzen. Und wem die stabilisierende Mitte fehlt, der sollte sich mit Menschen mit Null oder Fünf im Geburtsdatum umgeben.
Doch auch als Einzelperson sollen sich Defizite ausgleichen lassen. Wer beispielsweise keinen sozial intelligenten „Osten“ (repräsentiert durch die Drei oder Acht) im Geburtsdatum hat, der soll nach Empfehlung der Autoren Zettel mit den Zahlen Drei oder Acht mit sich herumtragen oder sich mit der Farbe grün stärker umgeben.
Noch sind diese Empfehlungen für das Quell-Team so neu, dass wir sie nicht – so wie das Mondwissen – im Langzeitversuch testen konnten. Fest steht jedoch nach der Lektüre des „Tiroler Zahlenrads“: Es ist amüsant und manchmal frappierend, dieses Wissen auszuprobieren.

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Buch-Tipp

Johanna Paungger / Thomas Poppe
Das tiroler Zahlenrad
Gebundene Ausgabe
304 Seiten
Verlag: Graefe und Unzer
März 2008
ISBN-13: 978-3833810954
Preis: 19,90 Euro