Welches Yoga?

Rund fünf Millionen Menschen praktizieren hierzulande Yoga. Dabei ist die Bandbreite der verschiedenen Yoga-Schulen groß und nicht nur Neulinge tun sich schwer damit, sich in dem wachsenden Angebots-dschungel zurecht zu finden. Damit Yoga seine Heilkraft voll entfalten kann, sollte man mit Bedacht seinen persönlichen Übungsweg wählen. Martina Guthmann hat recherchiert, worauf es beim Yoga besonders ankommt.

Yoga ist ein Übungsweg, der auf einem Jahrtausende alten Erfahrungsschatz beruht. Es geht um eigentlich einfach erscheinende Dinge wie atmen, bewegen, Muskeln spannen und entspannen, innehalten, achtsam sein. Was Yoga so besonders macht ist die damit verbundene Bewusstseins-Schulung. Denn es geht eben nicht um eine fremdbestimmte Leistungsorientierung, wer am längsten einen Kopfstand schafft oder ob die Krähe gelingt. Es geht ausschließlich darum, persönlich über seine vermeintlichen körperlichen, geistigen und seelischen Grenzen hinauszuwachsen.

Freiheit im Tun – im eigenen Rhythmus
Auch wenn Yoga wörtlich übersetzt „Joch” heißt, geht es dabei nicht um „Freiheitsberaubung”, sondern um die unmittelbare Verbindung des Körpers mit Geist und Seele. Freiheit im eigenen Tun sollte als zentrales Element im Mittelpunkt stehen. Ein guter Yoga-Kursleiter führt seine Gruppe immer so, dass sich kein Teilnehmer zu irgendetwas genötigt fühlt. Dazu gehört auch, dass man bestimmte Lehrer oder Meister seiner Schule nicht über die Maßen verehrt, wie dies bei sektiererischen Yoga-Bewegungen der Fall sein kann. Trauen Sie Ihrer eigenen Intuition. Yoga bedeutet nicht, Menschen in eine bestimmte spirituelle Richtung zu lenken.

Alltagstauglich für die westliche Lebensweise  
Unser westliches quantitatives Denken hat das urspüngliche Yoga verändert. So sind viele Missverständnisse entstanden, etwa das Ideal extremer Dehnbarkeit. Unsere westliche Lebensweise mit einseitiger Bewegung und langem Sitzen hat bei vielen Menschen Muskeln und Sehnen oft so verkürzt, dass der Weg zum Dehnen der Muskeln nur sehr langsam geht. Wichtig ist, dem Körper diese Zeit zu geben. Das sogenannte „Vini-Yoga” macht die Yogatraditionen Indiens im heutigen Alltag nutzbar. Bei Vini-Yoga liegt der Fokus auf dem eigenen und individuellen Übungsweg, den jeder nach seiner Facon geht. Diese Art des Yoga-Unterrichts respektiert den Hintergrund unserer Kultur und unserer Zeit und passt die Yoga-Varianten der Beweglichkeit unserer westlichen Bedingungen an.

Der Atem steht im Vordergrund
Vor allem aber sollte beim Yoga dem Atembewusstsein genug Raum gegeben werden. Denn die therapeutische Effizienz von Yoga beginnt da, wo das Bewusstsein für den eigenen Atemrhythmus geschult wird. Bei vielen Übungen verbessert sich die Dehnung mit jedem Atemzug und immer kommt der letzte Kick durch das Ausatmen. Es geht darum – vergleichbar mit dem Bogenschießen – genau in der größten Spannung loszulassen. Gerade im Alltagsstress, wenn wir den Atem oft anhalten, kann die Atemschulung durch das Yoga hilfreich sein. Wem es gelingt, gerade in solchen Situationen seinen Atem bewusst fließen zu lassen, kann ungeahnte Kräfte mobilisieren.
Yoga entfaltet seine Wirkungen erst in der regelmäßigen Übungspraxis. Selbstvergessenheit in einer Gruppe zu erreichen fällt den meisten Menschen schwer. Daher sollte ein Kurs auch immer eine Anleitung geben, wie man zu Hause alleine weiterarbeiten kann. Das entspricht auch der traditionellen Lehrweise des individuellen Einzel-Unterrichts. Denn eine Yoga-Praxis wird um vieles wirksamer, wenn sie den Wünschen, Gegebenheiten und Möglichkeiten jedes Einzelnen entspricht. Elementar für das Gelingen ist aber auch, dass die Wellenlänge zwischen Yoga-Lehrer und -Schüler stimmt.

Medizinische Yoga-Therapie
Während die größte Stärke der Schulmedizin auf der Behandlung akuter Leiden liegt, kann es über die individuelle Yoga-Therapie gelingen, chronische Beschwerden in den Griff zu bekommen. Wissenschaftliche Studien belegen inzwischen, dass Yoga die Vitalität steigert, Blutwerte und Muskeltonus verbessert, das Immunsystem aktiviert. Erfreulicherweise brechen an manchen Enden die Zwänge des Gesundheitssystems auf – dies zeigen die zunehmende Zahl von Kliniken, die vor allem im psychosomatischen und schmerztherapeutischen Bereich Yoga anbieten oder Ärzte wie Dr. Imogen Dalmann und Martin Soder, die im Berliner Yoga Zentrum eine ganzheitliche Yoga-Therapie anbieten und mit Patienten verschiedenster Krankheitsbilder nachhaltige Erfolge verzeichnen.
Mit zum Erfolgsrezept gehört dabei auch die Hilfe zur Selbsthilfe: Je stiller und langsamer man mit sich übt, umso lautstärker spürt man die eigenen Grenzen. Wenn man diese Grenze respektiert und sich langsam nur Schritt für Schritt Terrain zurückholt, findet keine Überforderung statt. Ganz konkret lässt sich beispielsweise durch das regelmäßige Arbeiten an Schulter und Rücken ein „Buckel” zurückbilden, indem man wieder lernt, die innersten Muskeln im Körper zu dehnen.
Aber nicht nur Gelenkschwierigkeiten und Haltungsprobleme lassen sich mit Yoga therapieren. So können sich Schmerzpatienten genauso wie Menschen in Depression wunderbar selbst helfen, was wiederum das eigene Vertrauen in die Genesung  stärkt.

Die eigenen Ressourcen erkennen
Jeder hat eine andere Ausgangsbasis, jeder hat andere Belastungen. Yoga, das uns gut tut, lehrt uns die Intelligenz, die eigenen Ressourcen zu erkennen. Und so stellen immer mehr Menschen an sich fest, dass gerade durch die langsamen Bewegungen wie beim Yoga das Gespür für den eigenen Körper sensibler wird und dadurch der Körper den Geist freimacht für weitere Ebenen des Bewusstseins. Wenn Körper, Geist und Seele vereint sind, bekommt der Begriff „Selbstbewusstsein“ im Sinne innerer Achtsamkeit eine ganz andere Bedeutung.

Fotos: Annecatrin Pantel

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Meditationskissen: aufrecht mit der Erde verbunden

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Exklusiv für Quell hat die Berliner Architektin Annecatrin Pantel ein Meditationskissen entwickelt, das durch seine Ästhetik besticht und zugleich den Bedürfnissen von Meditations-Experten entspricht.

 

Das Kissen besteht aus zwei Teilen: einem äußeren Ring und einem Zylinder, der in der Mitte steckt.
QC31L02_TransportDer äußere Ring sieht aus wie ein Donut (derartige Donutkissen werden gerne als Sitzkissen nach Entbindung bei Dammschnitt oder als Hämorridenpolster eingesetzt).
Der innere Zylinder ist gefüllt mit Spänen der Zirbe, dem widerstandsfähigsten Baum unserer Breiten. Die Kraft der Zirbe soll das Wurzelchakra stärken, gleichzeitig erden und das aufrechte Sitzen erleichtern.

Praktisch: Der Zylinder kann auch als Aufbewahrungsbehältnis genutzt werden.

Maße: Durchmesser ca. 44 cm, Höhe Sitzring ca. 20 cm, Höhe Sitzzylinder ca. 18 – 20 cm.

Material: Lodenstoff, Schurwolle oder Baumwolle.
Deckel in Hirschleder oder Wolle in der Farbe nach Wunsch.

Das umhüllende „Donutkissen” ist gefüllt mit biozertifiziertem Flies von Bergschafen oder Bio-Dinkel.

Das Kissen wird individuell nach Bestellung genäht. Lieferzeit drei bis vier Wochen.
QC31L02_ZylinderQC31L02_Farbmuster-hochPreis je nach Material von 249 bis 399 Euro.

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Information und Bestellung im Quell-Shop:
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