Hier kommt die Überschrift hin

Adam Brown

Wie wirkt grün  ? Damit hat sich die Quell-Redaktion schon in zahlreichen Beiträgen beschäftigt.

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Nun widmet sich im Münchner Muffatwerk eine Ausstellung ganz der Farbe Grün. Was ist grün? Sind wir grün? Und ist es das Pflanzliche überhaupt? Sind Algen ‚Superfood’, Umweltpest – oder beides? Ist Biodiesel grün? Mit monumentalen biotechnischen Installationen, künstlerischen Duftportraits von Bäumen und der chemischen Reproduktion historischer giftiger Pigmente startet die Muffathalle mit gREen eine Veranstaltungsreihe, die im Spannungsfeld von Kunst, Natur und Wissenschaft die aktuelle Dynamik im Klimaschutz begleitet. Dabei gehen die künstlerischen Positionen jenseits des grassierenden ‚Greenwashing’ der zunehmend unkritisch akzeptierten Symbolik von ‚Grün’ auf den Grund – als RE-Mix und RE-Evaluierung von Widersprüchen und Paradoxien. Ingenieure preisen ‚grüne’ Chemie oder Biotechnologie als ökologisch verträglich an, während Klimaforscher andererseits die ‚Ergrünung der Erde’ als Alarmzeichen anthropogener CO2-Emissionen beklagen und giftige Algenblüten die überstrapazierte Assoziation von ‚Grün’ mit Nachhaltigkeit diskreditieren. Ist uns ‚Grün’ vielleicht deshalb so wichtig, weil hier Natürlichkeit und Künstlichkeit, das Gesunde und das Toxische, das Erhoffte und das Verlorene oszillieren? Kunst an der Schwelle zu den Technowissenschaften untersucht und vermisst die materiellen Faktoren dessen, was uns als ‚grün’ erscheint – aber nicht mehr nur metaphorisch sondern vor allem metabolisch! Ist ‚Grün’ vielleicht sogar selbst eine ‘vermessene’ oder ‚anmaßende’ Farbe, deren leichtfertiger symbolischer Gebrauch zunehmend hinterfragt werden sollte? Eine Ausstellung voller spannender Gedankenanstöße.

Bildnachweis: Adam Brown: Der Künstler spielt mit dem Thema  giftigen Farbpigmente des Grünspans.

 

 

 

12. September 2021
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