Solar-Tools für die Outdoor-Saison

Fernab der Zivilisation bedeutet nicht länger, fernab von den Annehmlichkeiten der Zivilisation zu sein. Die neuesten Solar-Geräte können nicht nur die Nacht zum Tag machen, sondern obendrein Handys, MP3-Player oder Tablet-Computer aufladen.

Der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel gehört für Outdoor-Fans zu den Highlights. Umgekehrt haben sie dem Griff nach den Sternen eine ganze Menge Komfort zu verdanken. Es war die Raumfahrt, die erstmals Solar-Module entwickelte, die heute dazu beitragen, dass Naturliebhaber auf ihren Reisen nicht mehr auf liebgewonnenen Luxus verzichten müssen: vom Musikhören bis zum Telefonieren, vom Lesen zu später Stunde bis hin zum Spielen auf ihren Tablet-Computern.

Für die Raumfahrt entwickelt
Seit Ende der 1950er Jahre wird die Photovoltaik – also die Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie – in der Raumfahrt genutzt, etwa um Satelliten mit Energie zu versorgen. 1958 startete „Vanguard 1” als erster Solar-Satellit in die Erdumlaufbahn. In den 1960er und 1970er Jahren führte die Nachfrage aus der Raumfahrt zu Fortschritten in der Entwicklung von Photovoltaikzellen. Heute ist mit der Photovoltaik ein riesiger Markt entstanden. Weltweit wurden bis Ende 2012 Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 101 GW installiert – das entspricht einer Leistung von rund 85 Atomkraftwerken. Über die Stromgewinnung zur Einspeisung ins Stromnetz hinaus wird die Photovoltaik vor allem auch für mobile Anwendungen und Anwendungen ohne Verbindung zu einem größeren Stromnetz – sogenannte Inselanlagen – eingesetzt. Neben Extremanwendungen, wie beispielsweise bei Satelliten, Solarfahrzeugen oder Solarflugzeugen werden mittlerweile auch sehr viele alltägliche Geräte, wie Gartenleuchten, Weidezäune, Parkscheinautomaten oder Taschenrechner von Photovoltaikzellen versorgt.

Technikbegeisterte Outdoor-Fans
Im Freizeit-Bereich gibt es eine große Palette an Solar-Geräten, die von den oft technikbegeisterten Outdoor-Fans zunehmend eingesetzt werden.  Ein besonderes Highlight ist der sogenannte Pico vom Ulmer Hersteller Phocos – eine Art eierlegende Wollmilchsau: Als Lampe sorgt das solarbetriebene Gerät in Gegenden ohne Stromnetz für Licht in der kleinsten Hütte, beziehungsweise im Zelt. Darüber hinaus fungiert die Multifunktionsleuchte als Ladegerät für Mobiltelefone oder andere Geräte, wie MP3-Player, GPS-Handgeräte, kleine Radios oder Tablet-Computer.
Mehr als fünf Stunden Licht mit enormer Lichtstärke (einer Helligkeit von 120 Lumen) kann sie über den Solar-Akku spenden; wird die Lichtstärke heruntergedimmt, kann sie sogar bis zu 55 Stunden lang leuchten. Ist eine Steckdose oder Autobatterie griffbereit, lässt sie sich auch dort aufladen. Weil die Pico-Solarleuchte ursprünglich für den Einsatz in Entwicklungsländern und Katastrophengebieten konzipiert wurde, ist sie äußerst robust: Lichtschalter, die Schmutz und Feuchtigkeit ins Lampeninnere transportieren, hat sie nicht. Stattdessen garantieren berührungssensible Sensoren dafür, dass die Solarleuchte auch im harten Dauereinsatz zuverlässig funktioniert. Pico ist der perfekte Begleiter für alle Wassersportler: Fällt das wasserdichte Multitalent ins Wasser, so schwimmt es mit der Leuchtfläche nach oben und schaltet sich durch den Wasserkontakt sofort ein. Damit ist die Leuchte sofort zu finden. Und auch außerhalb des Wassers geht sie in der Nacht nicht verloren – der Gummiring zwischen Reflektor und Griffteil dient als Abdichtung und Stoßschutz und ist zusätzlich phosphoreszierend. Allerdings zählt die Pico mit rund 500 Gramm nicht unbedingt zu den Leichtgewichten.

Gewichtssparende Solar-Tools für den Rucksack
Wer beim Trekking aufs Gewicht achten möchte, der findet eine Vielfalt von Solar-Geräten, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes das Leben erleichtern. Beim Outdoor-Ausrüster Globetrotter gibt es zum Beispiel eine clevere kleine Leuchte, die nur 40 Gramm wiegt und entweder mit Solarzelle oder über eine Handkurbel aufgeladen werden kann. Eine Minute Kurbeln ergibt rund drei Minuten Licht. Voll aufgeladen, leuchten die beiden LEDs für circa 30 bis 50 Minuten. Bei Outdoor-Fans beliebt sind auch flexible Folien, die Strom erzeugen. Die faltbaren Solarladegeräte lassen sich in Taschen und Koffern integrieren oder sich sogar auf Rucksäcken anbriben, so dass die Wanderung in der Höhensonne zugleich dem Aufladen von Handy, GPS-Systemen oder MP3-Playern dient.

Strom für die Berghütten
Bei dieser immer ausgefeilter werdenden „Solarisierung” der Ausrüstung muten denn die Photovoltaik-Module auf den Dächern der Berghütten schon fast konventionell an. In den 1980er Jahren noch eine Sensation in der alpinen Hüttenkultur, ist es mittlerweile für Sennerinnen und Senner fast selbstverständlich geworden, mithilfe der Solar-Technik Strom für Licht und Wäme zu haben oder sogar mit der großen, weiten Welt vernetzt zu sein.

Foto: Phocos
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