Klimagourmet: Genießen und das Klima schonen

Bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen zu halbieren hat sich die Stadt Frankfurt zum Ziel gesetzt. Teil dieser Strategie sind die Klima-Gourmet-Wochen, die 2019 vom 5. bis 15. September in der ganzen Stadt Frankfurt stattfinden.

Dies sind die zehn besten Tipps für eine klimafreundliche Ernährung im Alltag:

Tierische Lebensmittel – möglichst wenig!

Milchprodukte, Eier und Fleisch verursachen bei ihrer Herstellung ein vielfaches an CO2 wie pflanzliche Lebensmittel. Vor allem das Treibhausgas Methan, das durch die Verdauung und die Gülle der Rinder anfällt, wirkt sich negativ auf die Klimabilanz aus. Durch die Umstellung auf vegetarische Ernährung können pro Kopf und Jahr die CO2-Emissionen für Lebensmittel bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Für Milchprodukte gilt: je höher der Fettgehalt, desto ungünstiger ist die Klimabilanz!

Energieeffizient kochen

Großen Einfluss auf die Klimabilanz im Bereich Ernährung hat die Zubereitung und die Lagerung von Speisen im Haushalt. Durch den Austausch eines alten Kühlschrankes durch ein energiesparendes Modell der Effizienzklasse A+++ oder durch die Nutzung eines Wasserkochers oder eines Schnellkochtopfes können Sie Lebensmittel energiesparend zubereiten und lagern. Einfache Verhaltensregeln wie Kochen nur mit Deckel, den Kühlschrank regelmäßig abtauen oder den Backofen nicht vorheizen, helfen Ihnen Strom und Geld zu sparen.

Saisonal ist erste Wahl

Bei Obst und Gemüse sind saisonale Produkte erste Wahl. Der Energieaufwand für Produkte, die außerhalb der Saison angebaut werden, ist bis zu 100 Mal höher. Diese Lebensmittel werden entweder lange gelagert, über weite Strecken transportiert oder unter großem Energieaufwand angebaut. Saisonale Produkte sind nicht nur klimafreundlicher, sondern schmecken auch noch besser als monatelang im Kühlhaus gelagertes Obst oder im geheizten Treibhaus gezüchtetes Gemüse.

Bio ist besser

Im Ökolandbau werden weniger CO2, Methan und Lachgas als in der konventionellen Landwirtschaft produziert. Der humusfördernde Ackerbau der ökologischen Landwirtschaft bindet mehr Treibhausgase als die konventionelle Anbauweise. Auch durch den Verzicht auf Kunstdünger wird Energie eingespart. Eine vollständige Umstellung auf klimaoptimierte ökologische Wirtschaftsweise würde die Treibhausemissionen in der Landwirtschaft um 15-20 Prozent senken.

Reste verwerten

11 Millionen Tonnen Lebensmittelmüll fallen in Deutschland Jahr für Jahr an. In jedem Lebensmittel steckt ein großer Energieaufwand, der für die Produktion, den Transport, die Lagerung und die Vermarktung der Produkte verbraucht wird. Die Auswirkungen sind vielfältig: auf den Geldbeutel, auf Klima und Umwelt und auf die weltweiten Ressourcen.

Verpackung – weniger ist mehr

Der Einfluss der Verpackung auf die Klimabilanz eines Produkts wird häufig überschätzt. Bei tierischen Lebensmitteln, bei deren Herstellung sehr viel CO2 entsteht, macht die Verpackung nur einen sehr geringen Anteil der CO2-Emissionen aus. Eine Ausnahme bilden Glaskonserven, deren Herstellung sehr energieintensiv ist. Mehrwegverpackungen sind weiterhin die bessere Alternative zu Einwegverpackungen.

Was gibt’s in der Region?

Erstaunlicherweise hat der Transport von Nahrungsmitteln innerhalb Europas nur einen geringen Anteil an den gesamten CO2-Emissionen der Lebensmittelherstellung. Der Verzicht auf tierische Lebensmittel sowie eine effiziente Lagerung und Zubereitung zu Hause haben einen größeren Einfluss auf die Klimabilanz als der Verzicht auf importierte Waren. Dennoch lohnt es sich bevorzugt zu regionalen Produkte zu greifen, denn der Transport eingeflogener Lebensmittel verursacht 250 mal mehr C=2 als Waren aus der Region.

Möglichst ohne Auto

Der Einkaufsweg selbst wirkt sich auch auf unseren CO2-Kontostand aus. Wer mit dem Auto zum regionalen Erzeuger fährt, macht schnell die Vorteile einer klimaschonenden Lebensmittelwahl zunichte. Wenn mögich, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder den Einkauf zu Fuß oder per Fahrrad erledigen.

Lieber frisch als konserviert

Generell gilt, dass die Klimabilanz eines Lebensmittels umso schlechter ist, je weiter das Produkt verarbeitet ist. So verursacht Wurst beispielsweise mehr CO2-Emissionen als rohes Fleisch, da sie wesentlich mehr Verarbeitungsschritte durchläuft. Gleiches gilt für tiefgekühlte und konservierte Produkte. Bei Obst und Gemüsekonserven erhöhen sich die Emissionen auf das Drei- bis Fünffache im Vergleich zu frischer Ware.

Die Welt im Blick

Fairtrade-Kriterien fördern eine nachhaltige Anbauweise und die Schonung der Ressourcen; dazu gehörten der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit, ein sparsames Wassermanagement und ein verringerter Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden Fairer Handel trägt aber nicht nur zum Klimaschutz bei. Er erleichtert auch eine Anpassung der Menschen vor Ort an die klimatischen Veränderungen.