Die Europäische Union setzt mit dem Green Deal ambitionierte Klimaziele. Um 55 Prozent will die EU ihre Klimagase bis zum Jahr 2030 im Vergleich zu 1990 reduzieren. Vor der Verabschiedung des Green Deals galt noch ein Reduktionsziel von minus 40 Prozent. Diese Zielverschärfung hat auch Konsequenzen für den größten Energieverbrauchssektor Deutschlands und Europas, den Wärmemarkt.

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Das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung von 2019 sieht für den deutschen Gebäudebereich eine Absenkung der CO2-Emissionen von 118 Millionen Tonnen auf 70 Millionen Tonnen (Minus 40 Prozent) bis 2030 vor. Im November 2020 beschloss der europäische Rat im Rahmen des Green Deals eine weitere Verschärfung der CO2- Minderungsziele insgesamt von ursprünglich 40 Prozent auf „mindestens 55 Prozent“ bis 2030. „Wir begrüßen, dass die EU den Klimaschutz so konsequent vorantreibt“, so Uwe Glock, Präsident im Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). „Die Heizungsindustrie ist Green Deal ready und kann einen bedeutenden Anteil zur CO2- Reduktion im Gebäudesektor beitragen.“

Mit Blick auf die Zielerreichung geht der BDH von der hypothetischen Annahme aus, dass aufgrund des Beschlusses im Rahmen des Green Deals auch für den Gebäudebereich eine Verschärfung vorgenommen wird. Angenommen wird ein Absenkungsziel für den Gebäudebereich von 60 Millionen Tonnen bis 2030 anstelle der bisherigen 70 Millionen Tonnen an.

Damit dieses hypothetische Ziel erreicht werden kann, bedarf es einer Strategie für den Green Deal im Gebäude, die an verschiedenen Punkten ansetzt:

Verdopplung der Austauschrate für veraltete Heizungsanlagen. Dies betrifft etwa 12 Millionen betragenden Altbestand an Heizungsanlagen durch erneuerbare hybride Technik, die hohe Effizienz und erneuerbare Energien koppeln. Dazu gehört als immanent wichtiger Teil der Investitionen die Optimierung der nachgeschalteten Hydrauliken sowie die Verdopplung der Austauschquote von heute ca. 3 Prozent auf 6 Prozent.

Eine stärkere Elektrifizierung des Wärmemarktes. Da der Stromsektor bereits den höchsten Anteil an erneuerbaren Energien hat, bietet die Kombination mit elektrischen Wärmepumpen die Möglichkeit, die Nutzung erneuerbarer Energien zu vervielfachen und den Endenergieverbrauch zusätzlich zu reduzieren.

In Hinblick Wasserstoff gilt es den Wärmemarkt von vornherein in die Wasserstoffstrategie einzubeziehen. Auf der ISH-Messe ist im Bereich Heizen Wasserstoff das große Thema der Stunde. Derzeit nimmt die technologische Entwicklung zur Herstellung rasant an Fahrt auf und die ersten Produktionsstätten von grünem Wasserstoff sollen in 2022 den Betrieb aufnehmen.  Im Wärmebereich arbeiten einige Pioniere bereits erfolgreich mit Wasserstoff als Energiequelle und auch aus der Startup-Szene kommen viele innovative Ideen zu Anwendungen und Geschäftsmodellen. Das Thema Wasserstoff bietet Kooperationspotentiale für Startups und etablierte Unternehmen.

Unter dem Titel „Green Deal ready“ der ISH-Messe digital 2021 erfahren die Teilnehmer alles über den Status Quo moderner Heizungstechnik. Daneben spielt die Zukunft der Energieträger im Wärmemarkt auf dem Weg zur Klimaneutralität eine große Rolle.

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ISH digital
Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Klima

Aufmacherfoto Bildnachweis: Messe Frankfurt

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