Ein Herz für indonesische Straßenkinder

Soziale Verantwortung hat der gebürtige Tiroler Josef Fuchs schon gelebt, bevor der Begriff „Corporate Social Responsibility“ modern wurde. Sein Hilfsprogramm für indonesische Straßenkinder hat eine beeindruckende Erfolgsbilanz aufzuweisen. Heute wird Josef Fuchs 60 und denkt noch lange nicht an Ruhestand: „Start to give back“, lautet sein Motto, unter dem er anlässlich seines runden Geburtstags weitere Spenden für seine Organisation ISCO einsammeln möchte.

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Als Manager bei Siemens führte der letzte Auslandseinsatz von Josef Fuchs nach Indonesien. Dort lernte er Land und Leute kennen und lieben und half nach seinem Ausscheiden bei dem Münchner Großunternehmen vor Ort, den größten Mobilfunkbetreiber aufzubauen. Während der Asienkrise in den Jahren 1997 und 1998 brach die Wirtschaft in dem ehemaligen „Tigerstaat“ ein und führte zu hoher Arbeitslosigkeit, wodurch viele Studenten aufgrund Geldmangels ihr Studium abbrechen mussten. Josef Fuchs war sich dessen bewusst, dass Indonesien für eine Gesundung der Wirtschaft gut ausgebildeten Nachwuchs dringend brauchte und so ließ der bestens vernetzte Manager seine Kontakte spielen: Er organisierte in Indonesien Veranstaltungen mit einer Tiroler Musikkapelle, die der ehemalige Rennfahrer Niki Lauda mit seinen Flugzeugen einfliegen ließ. An einem dieser Events nahm auch der damals neue President BJ Habibie mit Gattin und mehreren Ministern teil. Durch den Reinerlös der Eventreihe konnte es den 3500 besten Studenten finanziell ermöglicht werden, ihr Studium zu Ende zu bringen.

27-11-SSF98-VIP-Welcome02Ein Jahr später, im Jahr 1999, gründete Josef Fuchs zusammen mit einem Partner seine eigene Telecom basierte Firma namens 1rstWAP. Die Armut in Indonesien zeigte sich mittlerweile überall durch die rapide Zunahme von Strassenkindern. Dies veranlasste Josef Fuchs dazu, gleichzeitig zur Firmengründung auch die Organisation ISCO (Indonesian Street Children Organisation) ins Leben zu rufen, um Straßenkindern als Alternative zum Betteln den Zugang zu Kindergärten und Schulen bieten zu können. 30 Prozent des Gewinns der Firma 1rstWAP flossen von Anfang an in die gemeinnützige Organisation und das Unternehmen ist damit ein vorbildliches Beispiel für den Begriff CSR (Corporate Social Responsibility), der im Jahr 1999 noch unbekannt war. Zu Beginn startete die ISCO mit 50 Kindern; heute nehmen 2500 Kinder an den Programmen der ISCO teil, die diese über ihre gesamte Schullaufbahn begleiten – angefangen vom Kindergarten-Besuch über die Bereitstellung von Büchern, Schul-Uniformen, technischem Equipment, Transport zur Schule, Verpflegung mit ausgewogenem Essen oder auch die Übernahme von Schulgebühren. Durchgeführt werden die Programme von 70 vollbeschäftigten und weiteren ehrenamtlichen Helfern. Rund 110 Spender haben mittlerweile knapp eine Million Dollar für die Schulausbildung der ISCO-Kinder aufgebracht und es werden sicherlich demnächst noch mehr. Denn gestern hat Joseph Fuchs seinen bisher schon sehr erfolgreichen „ISCO-Stammtisch” von der Blue Martini Bar in Jakarta in den grossen Ballsaal des Hotel JW Marriott verlegt und veranstaltete dort einen Fundraising Event mit Firmen und VIPs. Heute, am 27. November 2014,  feiert Joseph Fuchs seinen 60. Geburtstag und er hat sich vorgenommen, unter dem Motto „start to give back“, noch mehr für „seine” Kinder zu tun. Herzlichen Glückwunsch, lieber Joseph Fuchs, und weiterhin viel Erfolg für Ihr wichtiges Engagement.

Mehr Informationen zu ISCO: www.iscofoundation.org