Dokumentarfilmfestival München

Seit 30 Jahren gelingt es dem Münchner Dokumentarfilmfestival, ganz besonders sehenswerte künstlerische Dokumentationen von Filmemachern aus der ganzen Welt aufzuspüren und einem von Jahr zu Jahr wachsenden Publikum zu präsentieren. In diesem Jubiläumsjahr zeigten zwölf Münchner Kinos bzw. Spielorte vom 12. bis 17. Mai insgesamt 140 Dokumentarfilme aus 38 Ländern. Festivalleiter Daniel Sponsel berichtet von mehr als 30.000 Besuchern. Bei vielen Vorstellungen waren die Filmemacher selbst und ihre Protagonisten dabei und schufen damit  faszinierende und berührende Momente für alle Anwesenden.

Das Programm überzeugte Publikum und Kritiker. Die Jury prämierte unter anderem ´Something better to come ´ über das Leben eines Mädchens auf Europas größter Müllhalde nahe Moskau. Ein Blick auf die Homepage des Festivals lohnt sich, denn viele Filme werden früher oder später im Fernsehen, in Kinos und Programm-Kinos zu sehen sein.

Kinostart in Kürze haben folgende Dokumentationen:

BEYOND PUNISHMENT von Hubertus Siegert: 
Was geschieht, wenn Mörder und Hinterbliebene einander
begegnen?

DAS DUNKLE GEN von  Miriam Jakobs und Gerhard Schick setzt sich mit dem Thema Depression auseinander. Frank S.
stellt sich ausgehend vom eigenen Schicksal die Frage nach dem
Ursprung der Krankheit und begibt sich auf eine Reise, die weit 
über die persönliche Suche hinausgeht.

FASSBINDER von Annekatrin Hendel geht der Frage nach: Wer war der Mensch, dessen
Filme und Theaterstücke bis heute polarisieren?

LA BUENA VIDA von Jens Schanze spielt im nordkolumbianischen Dort Tamaquito.  
Die indigene Bevölkerung steht dem Kohleabbau im Weg und soll darum umgesiedelt werden.

NICHT ALLES SCHLUCKEN von  Jana Kalms und Piet Stolz: Psychopharmaka unterdrücken nur die Symptome. Die Doku beleuchtet das ewige Stigma der psychisch 
Kranken, die Macht der Psychopharmaka und hinterfragt unsere
 Vorstellungen von Normalität und psychischer Gesundheit.

THE FORECASTER von Marcus Vetter und Karin Steinberger: 
Martin Armstrong, ein amerikanischer Ökonom, sagt dreimal einen Börsenkrach 
voraus, wird festgenommen
 und sitzt – formal unschuldig – 12 Jahre in einem US-
Gefängnis. Keine Science-Fiction, sondern die Geschichte 
von Martin Armstrong.

THE LOOK OF SILENCE von Joshua Oppenheimer. Der Versuch einer Aufarbeitung: Adi, dessen Bruder 1965/66 nach dem Militärputsch ermordet wurde, konfrontiert die Täter mit dem Verbrechen. Dieser Film erhielt auf der Berlinale den Friedensfilmpreis 2015.

UNE JEUNESSE ALLEMANDE von Jean-Gabriel Périot: 
 Unkommentiert und allein mit Archivmaterial erzählt dieser meisterhaft montierte Film Aufstieg und Fall der RAF und zielt dabei immer auf das Heute.

Film-Tipps von Quell-Autorin Martina Guthmann:

www.dokfest-muenchen.de