Die Gleichgültigkeit der Jugend

Trägt die Schule dazu bei, junge Menschen immer Gleichgültiger werden zu lassen?

Ein Essay von Sarah Fröhlich

Ich bin frustriert von der ständigen Gleichgültigkeit meiner Generation und frage mich, inwiefern das Bildungssystem dazu beiträgt.Eine Meinung zu gesellschaftlichen Themen zu haben gilt an meiner Schule als etwas besonderes, Diskussionsfreude als Rebellion, und Querdenken als Radikalismus. Woher kommt diese Indifferenz?

Wir Jugendlichen sind in einem Alter, indem das Gehirn frisch sein sollte und der Geist offen: Wir sollten auf der Suche nach Inspiration für den Alltag sein und uns ständig neu erfinden.Leider erlebe ich unter Gleichaltrigen oft das Gegenteil, denn viele zentrieren sich auf Oberflächlichkeiten und reagieren mit Unverständnis auf von ihrer Norm abweichende Personen.

Wir lernen in der Schule Dinge auswendig, die für die meisten von uns nicht relevant sein werden. Längst ist klar, dass die Lehrpläne einer Überarbeitung bedürfen, denn Allgemeinbildung sieht anders aus. Der daraus folgende Mangel an Aufklärung führt dazu, dass viele nicht dazu in der Lage sind gesellschaftliche Konstrukte zu erkennen. Somit werden beispielsweise die von den meisten Medien propagierten Klischees und Rollenbilder übernommen und wenig hinterfragt.Demnach gibt es unter Jugendlichen immer noch bestimmte Vorstellung davon, wie Jungen oder Mädchen zu sein haben. Diejenigen, die sich nicht in dieses geschlechterspezifische Schema pressen lassen, werden oftmals nicht ernst genommen.Die Schule wiederum bietet keinen Raum, um sich solchen Problematiken zu nähern, sondern toleriert diese Wertevorstellungen. Nicht nur deshalb ist es einfacher, eine gleichgültige Haltung anzunehmen und sich normenkonform zu verhalten. Auch fühlen sich einige LehrerInnen in ihrer Autorität angegriffen, wenn man ihnen kritische Fragen stellt und reagieren dann mit ungerechten Noten.

Das bestärkt viele in dem Glaube, keinen Einfluss in der Schule und auch außerhalb zu haben. Darüber hinaus fördert dies SchülerInnen in ihren Konformismus, der geht sogar so weit, dass viele genervt auf kontroverse Einwände von MitschülerInnen reagieren.  Meiner Meinung nach, trägt die Schule also nicht nur zur Gleichgültigkeit unter den Jugendlichen bei, sondern fördert diese auch noch. Denn was würde wohl passieren, wenn alle Jugendlichen daran glauben würden, dass sie das Bildungssystem verändern könnten?