Der Bus für Deutschland

Jetzt rollen die ersten ADAC Postbusse auf Deutschlands Straßen. Durch das neue Angebot knüpft die Deutsche Post DHL an eine alte Tradition an und beginnt mit dem Partner ADAC ein neues Kapitel Mobilitätsgeschichte: Im Mittelpunkt stehen Komfort und Service. Andrea Tichy ist mit dem neuen Bus mitgefahren.

Ich strecke mich aus auf dem komfortablen Sitz und beginne, mich zu entspannen: Endlich einmal nicht selber fahren, sondern im gemütlichen Geschaukel gefahren werden! Es ist die Jungfernfahrt eines ADAC Postbusses, die an diesem trüben Tag im Oktober vom Post-Tower in Bonn in Richtung Siebengebirge führt. Eigentlich sollte ich meine Mails checken, aber dazu habe ich noch keine Lust. Mir ist mehr danach, durch das große Panoramafenster meinen Blick schweifen zu lassen. Hier, im ADAC Postbus, hat man so etwas wie einen Logenplatz.
Es riecht noch ganz neu in dem Bus des Herstellers Scania und Busfahrer Uwe Schwuchow hat uns zu Beginn freundlich begrüßt. Wie ich später erfahre, gehört er zu den Eigentümern der mittelständischen Busunternehmen, die im Auftrag von Post und ADAC den Linienbetrieb übernehmen. Das von Post und ADAC gegründete Unternehmen namens „Deutsche Post Mobility GmbH” kümmert sich um „Overhead”-Funktionen, etwa die Netzplanung, Produktausgestaltung, Marketing, Vertrieb und die Sicherheit. Wenn ein Bus ausfällt, dann sorgt ein flächendeckendes Netz an Ersatzbussen für reibungslosen Betrieb.

Neueste Sicherheitstechnologie
Herr Schwuchow ist sichtlich stolz auf seinen Bus, den er mit selbstverständlicher Routine steuert: Der Bus der Marke Scania verfügt über neueste Sicherheitstechnologie wie Abstandsregelautomatik, Spurhaltesysteme, Reifendruck-Kontrolle und elektronische Bremssysteme. Außerdem verfügen die Sitzplätze über Drei-Punkt-Gurte, mit denen sich auch Kindersitze sicher befestigen lassen. Wie seine anderen Kollegen auch hat Herr Schwuchow ein besonderes Schulungs- und Qualifizierungsprogramm durchlaufen, das vom ADAC nach neuesten Sicherheitskriterien durchgeführt wird. Dazu zählt die technische Einweisung ebenso, wie eine Schulung im Verkauf von Tickets und Snacks , im Gepäckhandling, im Verhalten in Stress-Situationen sowie ein Erste-Hilfe-Training. Die Busfahrer sollen „Sympathieträger und Aushängeschilder” sein, habe ich vorhin bei der Pressekonferenz erfahren.
Zu Beginn teste ich gleich einmal Herrn Schwuchows Entgegenkommen, denn ich kann die Steckdose einfach nicht finden. Er zeigt sie mir – sie ist unter dem Sitz versteckt. Er zeigt mir auch, wie ich den Gangsitz in Richtung Gang schieben kann. Das bringt für die Reisenden zusätzliche Beinfreiheit, die auf langen Strecken wie von München nach Köln durchaus angenehm sein kann. Rund acht Stunden lang ist man auf dieser Strecke fahrplanmäßig unterwegs – vorausgesetzt man steht nicht im Stau, das kann passieren. Vor Pannen braucht man sich bei einem Tochterunternehmen des ADACs ja wohl weniger zu fürchten: die „gelben Engel” des zweitgrößten Automobilclubs der Welt wären sicherlich schnell zur Stelle. Außerdem wird beim ADAC das Thema Verkehrssicherheit groß geschrieben. Als ADAC-Mitglied bekomme ich überdies einige Sonderleistungen. Ich kann ein zweites Gepäckstück kostenlos mitbringen und den von mir bevorzugten Sitzplatz kostenlos buchen.

„Media Center” im Bus
Mittlerweile hat es zu regnen begonnen und es ist warm und gemütlich im Bus. Kurz bevor ich anfange, wegzunicken, fesselt Joachim Wessels, Geschäftsführer der Deutschen Post Mobility GmbH, meine Aufmerksamkeit. Er demonstriert auf seinem Smartphone, wie sich das sogenannte „Media Center” im Bus nutzen lässt: Zur Auswahl stehen 25 Hollywood Filme, diverse Fernseh-Serien, zusätzliche
Inhalte von Sky und N24, 50 Musikalben und Hörbücher. Für mich wäre der kostenlose Zugang zum Internet über WLAN das beste Argument, das Angebot des „Onboard-Entertainment” zu nutzen.
Wie ich höre, fällt die erste Bilanz des neuen Fernbus-Angebots positiv aus. Am Wochenende um den 3. Oktober war die Strecke von München nach Köln zu hundert Prozent ausgelastet. Bei den Preisen des ADAC Postbusses ist das kein Wunder. Die einfache Fahrt von München nach Stuttgart ist ab 11 Euro zu haben. Die Strecke Frankfurt/Main-Dortmund gibt es ab 18 Euro, Köln – Berlin kostet mindestens 28 Euro. Damit bleibt der ADAC Postbus preislich unterhalb der günstigsten Angebote der Deutschen Bahn. „Auf so einen Fernbus hat Deutschland gewartet”, soll laut Herrn Wessels ein Originalton eines Passagiers der ersten Stunde lauten. Und eine Klosterschwester, die auf der Strecke Köln – München fuhr, hat den Initiatoren anschließend einen handgeschriebenen Brief folgenden Inhalts zukommen lassen: „Gottes Segen, alle Engel sollen Euch begleiten.” Mit zusätzlichem Schutz von oben kann bei der neuen Linie eigentlich gar nichts mehr schief gehen.
Foto: Wolfgang Groeger-Meier
QC30L03

QC30L03_adac-postbus-streckennetz-ab-februar-2014Gesamtstreckennetz

Seit dem Betriebsstart am 1. Oktober 2013 rollen die ersten Busse zwischen Köln und München. Bis Frühjahr 2014 sollen 30 Städte ins Fernstreckennetz eingebunden werden. Die Busse befahren die Strecken mehrmals am Tag.
Die Strecke Hamburg – Berlin kostet regulär 26 Euro, zum Frühbucher-Preis 19 Euro. Damit ist der ADAC Postbus deutlich preisgünstiger als die Bahn, die für die gleiche Strecke in der zweiten Klasse regulär 74 Euro verlangt.
ADAC-Mitglieder können kostenlos Sitzplätze buchen.

 

Tickets für den ADAC Postbus

gibt es:
• direkt beim Busfahrer
• in mehr als 5000 Post- und Postbank-Filialen
• in 178 ADAC Geschäftsstellen
• telefonisch über den Kundenservice  T 0228 – 97 27 27 97
• online unterwww.adac-postbus.de

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