Aus der Fülle der Natur

Als Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen vor 40 Jahren mit „Müsli mischen in der Badewanne“ Rapunzel starteten, war ihre Leidenschaft für biologische Lebensmittel die Initialzündung. Bis heute ist das die nachhaltige Basis für das inzwischen auf 350 Mitarbeiter und 550 Produkte angewachsene Unternehmen. Von Gaby Schmidt.

 

40 Jahre Rapunzel Naturkost. Ein Unternehmen, das über einen ausgeprägten Sinn für ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Themen verfügt. Sicht- und erlebbar wird das in einem vielseitigen, weltweiten Engagement. Dazu zählen u.a. das „Hand in Hand“-Partnerprogramm für ökologisch erzeugte und fair gehandelte Produkte verbunden mit einem Fonds, der soziale und ökologische Projekte unterstützt. Auch wird dieser Einsatz getragen durch den von Rapunzel alle zwei Jahre verliehenen „One World Award“, der engagierte Persönlichkeiten auszeichnet, die Zeichen setzen für ökologisches, faires und nachhaltiges Handeln. Zahlreiche Aktionen für eine gentechnikfreie Welt, gemeinsam mit allen Kunden und Endverbrauchern, unterstreichen darüber hinaus die Herstellerkompetenz von Rapunzel und vermitteln auf informative Art und Weise echte Glaubwürdigkeit.

Hohe Bio-Qualität
Mit Projekten und Produkten immer wieder dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, die biologische Landwirtschaft zu fördern, Artenvielfalt zu schützen und schmackhafte, ehrliche Bio-Produkte herzustellen. Das ist der tägliche Antrieb für Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen – im Leben und in der Arbeit.
Um alle Rohstoffe in hoher Bio-Qualität zu bekommen, rief Rapunzel weltweit Projekte ins Leben: Zum Beispiel startete 1976 ein Anbauprojekt in der Türkei, wo heute biologisch Nüsse, Trockenfrüchte, Oliven und vieles mehr angebaut werden. Inzwischen gibt es dort eine Tochterfirma, die Rapunzel Organic Ltd. Ein paar Jahre später entstand ein „Kokosnuss-Projekt“ in Sri Lanka. Denn der Öko-Pionier hält sich an höchste Qualitätsstandards. Das bedeutet ein gesundes, rückstandskontrolliertes, geschmacklich und optisch überzeugendes Sortiment.
Vom Anbau über die Ernte bis zum fertigen Produkt steht Rapunzel den Bauern und den Produzenten dafür mit eigenen Leuten zur Seite. Ebenso setzt das Unternehmen auf Ressourcenschonung, kontrolliert-biologischen Anbau und soziale Kriterien. Denn die Verantwortung für alle Menschen, die mitarbeiten, spielt im Zusammenhang mit der unternehmerischen Entwicklung ebenfalls eine tragende Rolle. Deshalb sind die persönlichen und langjährigen Lieferbeziehungen mit Erzeugern weltweit besonders wichtig. Dazu zählen für Rapunzel gute Arbeits- und Lebensbedingungen sowie eine faire Bezahlung der Bio-Bauern. Qualität und Nachschub sichern inzwischen kontrolliert-biologisch angebaute Rohstoffe aus über 30 Ländern und natürlich das firmeneigene „Hand in Hand” Fairhandels-Programm.

Vielfalt in der Produktentwicklung: Die Mischung macht’s
Seit dem ersten „Badewannen-Müsli“ aus heimischen Getreideflocken hat sich viel getan. Zahlreiche Müsli-Sorten bis hin zu schmackhaften Frühstücksbreien werden heute in Legau unter der strengen Qualitätskontrolle von eigenen und unabhängigen Experten hergestellt. Die Trockenfrüchte und Nüsse kommen vorwiegend aus dem eigenen Anbauprojekt in der Türkei. Andere tropische Früchte und die Zutaten wie Kakao und Zucker für die feine Schokolade stammen aus fairem Handel mit langjährigen „Hand in Hand”-Partnern verschiedener Länder. Und das Sortiment des beliebten Frühstücksbreis zeigt, dass gesunde, faire Produkte nachgefragt sind und Genuss auf höchstem Niveau bedeuten.

„Wir machen Bio aus Liebe”
Bei Rapunzel geht es aber um viel mehr als nur um Produkte. Während der gesamten Wertschöpfungskette spielen Achtsamkeit, Respekt, Liebe,
Genuss und Lebensfreude für die Gesamtqualität eine wichtige Rolle. Die beiden Gründer sind Menschen, die beim Denken und Tun dem Taktschlag ihres Herzens folgen und durch ihre Bodenständigkeit und ihre tiefe innere Überzeugung für Bio unser Bewusstsein inspirieren. Wenn der Energie-fluss auf allen Ebenen stimmt, dann lässt der Erfolg nicht auf sich warten. „Wir machen Bio aus Liebe”, dieser Leitspruch ist bei Rapunzel seit 40 Jahren mit Leben erfüllt.

Märchenhafter Name
Dass in jeder Pflanze ein kleines Paradies steckt, wussten die beiden Bio-Pioniere schon immer. Nicht ohne Grund stand deshalb die romantische Märchenfigur Rapunzel bei der Namensgebung Pate. Sie verkörpert Fruchtbarkeit und steht in Bezug zu Mutter Erde und zu gesundem und schmackhaftem Essen. Und es gab noch eine weitere konkrete Verbindung zum Märchen. Der Name hat mit Feldsalat zu tun. Und der wurde damals im eigenen Gartenbaubetrieb mit viel Liebe angebaut und dann 1974 im ersten kleinen Laden in Augsburg verkauft.

Samba, die Praline im Glas

Als die Unternehmensgründer Rapunzel ins Leben riefen, stand für beide die Produktion, Beschaffung und Verteilung von gesunden Lebensmitteln aus biologischem Anbau an erster Stelle. Doch der Wunsch nach „verbotenen“ Genüssen wie Schokolade, keimte auch bei „eingefleischten“ Naturkostliebhabern. Und nachdem es damals viele Kinder gab, die ständig den Versuchungen der Süßwarenindustrie ausgesetzt waren, wurden die ersten, viel versprechenden Mischversuche für Samba gestartet. Trotz anfänglicher Qualitätsschwankungen weitete sich der Kreis der Liebhaber schnell aus. Und es kam zu einer ersten Testproduktion, mit sehr bescheidenen Produktionsmitteln. Heute gilt Samba, die Schoko-Creme in verschiedenen Varianten, als Lieblingsprodukt einer ganzen Generation. Dieses Kultprodukt ist übrigens auch das Lieblingsprodukt von Joseph Wilhelm.

Foto: Rapunzel

QC33L05

Eine Welt Festival am 20. bis 21. September in Legau