Vorreiter der grünen Logistik

Als weltweit erstes Logistik-Unternehmen testet Deutsche Post DHL in einem großangelegten Pilotprojekt die CO2-freie Zustellung mittels Elektrofahrzeugen. Seit Mitte dieses Jahres werden in der Bundesstadt Bonn Pakete und Briefe zugestellt, ohne dabei klimaschädigendes Kohlendioxid in die Luft zu pusten.

Der Andrang der Journalisten war groß, als der Vorstand der Deutschen Post DHL gemeinsam mit dem Bundesumweltminister und dem Bürgermeister von Bonn ein richtungsweisendes Pilotprojekt vorstellte, das die Deutsche Post zum Vorreiter der grünen Logistik macht: Von Mitte des Jahres 2013 an hat das Unternehmen die Zustellung von Briefen und Paketen in Bonn und seinem Umland auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Damit macht Deutsche Post DHL die Stadt am Rhein zu ihrem bundesweit ersten Standort mit einem CO2-freien Fahrzeugkonzept. Die Umstellung geschieht in Etappen: Bis Ende 2013 sollen 79 Elektrofahrzeuge in Betrieb genommen werden; bis 2016 wird die grüne Fahrzeugflotte auf 141 Elektrofahrzeuge aufgestockt, die dann jährlich mehr als 500 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen sollen. „Unser Pilotprojekt in Bonn ist weltweit einmalig und kann Vorbild für andere Städte und Regionen werden”, sagt Frank Appel, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens.

Eine der effizientesten Fahrzeug-Flotten
Mit rund 8 500 Fahrzeugen mit umweltfreundlichen Antrieben verfügt Deutsche Post DHL schon heute über eine der effizientesten Flotten der Logistikbranche. Doch das ist nicht genug. „Als weltweit führendes Logistikunternehmen sehen wir, welche Auswirkungen der globale Handel auf die Umwelt hat und übernehmen Verantwortung”, sagt Frank Appel. Der zunehmende Internet-Handel lässt nicht nur die Umsätze der Versandhändler steigen, sondern auch das zu transportierende Paketaufkommen von Logistik-Unternehmen.
Im Jahr 2012 erhöhte sich bei der Deutschen Post DHL das Volumen der transportierten Pakete im Vergleich zum Vorjahr um mehr als sechs Prozent. E-Commerce ist seit Jahren zum wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens geworden. „Als einer der größten Flottenbetreiber in Deutschland haben wir ein starkes Interesse daran, innovative und umweltfreundliche Antriebe einzusetzen”, so
Jürgen Gerdes, Vorstand des Geschäftsbereichs Brief, zu dem auch der Transport von Päckchen und Paketen gehört. Um die Zustellung von Briefen und Paketen so umweltfreundlich und effizient wie möglich zu gestalten, hat die Deutsche Post DHL in Zusammenarbeit mit der StreetScooter GmbH und Instituten der Rheinisch-Westfälischen Hochschule (RWTH) Aachen sogar ein eigenes Elektroauto entwickelt. Der Hintergrund: Ein Auto für die Brief- und Paketzustellung muss täglich bis zu 200 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen und ist bis zu 300 Tage im Jahr im Einsatz. Elektrofahrzeuge eignen sich ganz besonders für Fahrten mit ausgeprägtem Start-Stopp-Verkehr.
Der StreetScooter ist vergleichsweise preisgünstig in der Herstellung, hat mit seiner Lithium Ionen-Batterie eine Reichweite von 80 Kilometern, kann maximal 85 km/h schnell fahren und bei einem zulässigen Gesamtgewicht von circa zwei Tonnen eine Nutzlast von 650 Kilogramm laden. Nachdem der erste Prototyp 2012 in verschiedenen Workshops getestet worden war und sich in puncto Ausstattung, Ladekapazität und Sicherheitsstandards als geeignet erwiesen hatte, wurden von Mitte 2013 an 50 Kleinserien-Fahrzeuge bundesweit in verschiedenen Zustellstützpunkten der Deutschen Post DHL eingesetzt. Sofern der Praxistest in Sachen Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Umweltverträglichkeit erfolgreich verläuft, könnte eine erste Fahrzeugserie folgen.

Hundert Prozent CO2-neutral
Doch in Sachen Elektrofahrzeuge arbeitet die Deutsche Post DHL auch mit anderen Automobilherstellern zusammen. Seit Ende 2010 ist der Mercedes-Benz Vito E-Cell mit einer Reichweite von 130 Kilometern im Einsatz. In Pilotprojekten in Stuttgart und Berlin in der kombinierten Brief- und Paketzustellung waren das Leistungsvermögen seiner Batterietechnik, sein Ladeverhalten und die zugehörige Infrastruktur getestet worden. Seit Frühjahr 2011 ergänzt der Renault Kangoo Z.E. (Zero Emission) die Fahrzeugflotte und wird ebenfalls in der kombinierten Brief- und Paketzustellung eingesetzt. Ebenfalls 2011 wurde mit dem Iveco Electric Daily der europaweit erste 3,5 Tonner mit Elektromotor an verschiedenen Einsatzorten wie
Berlin, Hamburg, Düsseldorf oder Bonn in der Paketzustellung in Dienst genommen.
Die Elektrofahrzeuge werden in den Stützpunkten der Deutschen Post DHL mit Ökostrom aufgetankt, was die CO2-Emission zu 100 Prozent reduziert. „Unsere ohnehin schon grüne Stadt wird in Zukunft zusätzlich von den CO2-freien Zustellfahrzeugen der Deutschen Post profitieren” freut sich der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Jürgen Nimptsch. Bleibt zu hoffen, dass bald auch andere Städte in den Genuss der klimaneutralen Zustellung kommen.

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Alternative Antriebe bei Deutsche Post DHL
Die Deutsche Post DHL ist Partner in vielen Pilotprojekten mit alternativen Antrieben. Dabei kommen Hybridmotoren, Elektrofahrzeuge und Erd- und Biogasfahrzeuge genauso zum Einsatz wie die Erprobung von Dual-Fuel oder aerodynamischen Modifikationen (siehe Grafik). Der Konzern arbeitet hier mit allen namhaften Autoherstellern zusammen und hilft so, wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von neuen Technologien zu gewinnen.

 

Foto | Grafik: Deutsche Post DHL

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Beitrag CO2-freie Zustell-fahrzeuge in Bonn