Tipps zum Plastik-Fasten – Teil 9: Plastikfasten im Sinne der Permakultur

Karin Frank: “Permakultur  ist Kreislaufwirtschaft – die konsequent angewandt – nicht nur bei Garten + Landwirtschaft, sondern in allen Lebensbereichen – ein sich selbst erhaltendes System ist.”

Die QUELL- Permakulturexpertin Karin Frank engagiert sich daher für eine neue LebensKultur „ohne“ Plastik und kann jedem, der durch unsere Plastikfasten-Serie auf den Geschmack gekommen ist, weitere wertvolle Tipps geben.

Folgende Fragen hat Karin Frank der QUELL Redaktion beantwortet:

1) Was war für Dich persönlich Deine größte Herausforderung beim Plastik Fasten in den letzten Wochen? Also, wo musstest Du besonders kreativ sein, um auf Plastik zu verzichten?

Was mir schwer fällt ist, auf Klarsichthüllen für Unterlagen und auf Müllbeutel zu verzichten. Generell habe ich festgestellt, dass Eile, also die fehlende Zeit zur Alternativ-Suche von Plastik  ein Grund für vielfach unbedachtes Handeln ist. Plastik ist so omnipräsent, dass wir nur Schritt für Schritt davon loskommen können.

2) Was ist einfach, wo jeder beginnen kann und dies auch über die Fastenzeit konsequent fortsetzen kann?

Keinesfalls sollten vorhandene Plastikwerkzeuge – Küchenhelfer entsorgt werden. Alle Dinge sollten so lange als möglich gut erhalten und weitergenutzt werden. Denn Plastik aus unserer Umgebung zu entfernen, bedeutet ja nicht, dass sie damit unsere Umwelt, unseren Planeten verlassen. Dies sollten wir uns immer wieder bewusst machen.

Plastiktüten beim Einkauf sind Tabu, es gibt inzwischen überall Papier oder Stoffbeutel. Bei Neukauf ist klar: immer die plastikfreien Alternativen wählen. Was jeder ganz leicht tun kann, ist beispielsweise sich beim erforderlichen Kauf einer neuen Spülbürste sich ein Holz – statt ein Plastik-Teil, oder statt einem Plastikbrett eine Alternative aus Holz oder Stein zu besorgen. Diese Alternativen bekommt man leicht und überall. Statt plastikverpackter Tempos empfiehlt sich eine Kartonbox, auf plastikbelastetes Fastfood und Cafe to go sollte man konsequent verzichten und sich vielverpackte Fertiggerichte abgewöhnen, keine Plastik-Wasserflaschen nutzen und kaufen, sich besser selbst Wasser  bzw. Wasserflaschen aus Glas mitnehmen.

Auch Strohhalme  sind  in ihrer  scheinbar kleinen Menge in der Masse eine riesige Problematik, daher diese einfach nicht mehr nutzen bzw. bei Bestellungen im Restaurant vorher mitteilen, dass man  keinen Strohhalm braucht. Eis-Waffeln statt Wegwerfbecher wählen. Beim Einkauf wo möglich Glasverpackungen wählen – statt Plastikbecher oder Tetrapak, z.B. für Joghurt, Milch, Sahne und Säfte. Auf Kaffeekapsel-Maschinen zum Wiederbefüllen umrüsten. Auf Märkten einkaufen, denn dort sind Obst und Gemüse ohne Plastik zu haben.

3) Was war Dein erschreckendstes Erlebnis in Sachen NoPlasticWaste, das die Absurdität des PlastikWahns bewusst macht?

Das war, zu erkennen, wie sehr sich Plastik – in kurzer Zeit – in unser Leben eingeschlichen hat und wir es nicht mehr einfach loswerden können, das ist so bedrohlich und ist ein Problem, das sich nicht mit Geld lösen lässt. Absurd ist, dass „wir“ uns als Krönung der Schöpfung den eigenen Ast absägen, auf dem wir sitzen, unsere Gewässer mit Plastik vermüllen, Land unfruchtbar machen, unsere Lebensgrundlagen zerstören. Wir sollten generell ( auch in anderen Bereichen ) Mit-Denkende und Weiter-Denkender sein. Eigenverantwortung und Zivilcourage sind dringend gefragt.

4) Was war Dein schönstes Erlebnis in Sachen NoPlasticWaste in den letzten Wochen?

Durch die Recherchen zum Plastik-Fasten durfte ich erkennen, wie viel schon – von privater Seite – unternommen wird um plastikfrei zu leben. Das sind bewundernswerte und Mut machende Beispiele, die zeigen es geht auch anders. Und jeder einzelne hat die Möglichkeit, sich an diesen Vorreitern zu orientieren. Informationen und Lösungen können heutzutage schnell und leicht verbreitet werden, wenn Bewusstsein und der Veränderungswille geweckt sind.

5) Wo besteht der große Zusammenhang zwischen Permakultur und Plastikfasten?

Permakultur steht für eine dauerhafte – sich im Naturkreislauf befindende – Kreislaufwirtschaft. In der Natur gibt es keinen Abfall. Alles was vergeht, wird zu einer neuen Ressource, wertvoll und nützlich. Alles hat mehrere Stadien und Zyklen und hat zu jeder Zeit eine selbsterhaltende Funktion für das große Ganze, unsere Schöpfung.

Mit Plastik-Produkten hat sich die Menschheit von den Naturprinzipien getrennt, hat sich über die Natur hinweggesetzt und bekommt die Folgen zu spüren – Vermüllung – Verschmutzung – Vergiftung. Dieses Handeln widerspricht jeglicher Intelligenz. Beim Gärtnern oder Mit-Gärtnern in einer Garten-Gruppe bekommen wir wieder Bezug dazu, dass alles in der Natur miteinander verbunden und aufeinander abgestimmt ist. Der Mensch als Teil der Schöpfung darf sich in diesem Kreislauf einfügen, selbst denken und selbstbewusst handeln im Sinne der Natur.

Vielen Dank, liebe Karin Frank, für Deine Tipps  

Karin Frank – Permakultur – Design www.permakultur-leben.de  e-mail: karin-fk@stcgeno.de