Ökologisch dämmen

Die Auswahl an ökologischen Dämm-Materialien ist mittlerweile erstaunlich groß. Je nach Anforderung und Geldbeutel stehen für Bauherren von neuen Häusern oder Sanierern von Altbestand eine ganze Palette von Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Verfügung:

Holz: das beliebteste ökologische Dämm-Material
Dämmstoffe aus Holzfasern werden vorwiegend aus heimischen Nadelhölzern hergestellt und haben sich seit Jahrzehnten bewährt. Als Rohstoffe dienen Resthölzer aus Sägewerken, die zerkleinert und bei der Herstellung im Nassverfahren mit Wasserdampf aufgeweicht werden, so dass die holzeigenen Bindekräfte aktiviert werden. Eine Beigabe von Klebstoffen ist nicht mehr nötig. Mit rund 60 Prozent haben Holzfaser-Platten hierzulande den größten Marktanteil unter den ökologischen Dämmstoffen, denn sie bieten überzeugenden Schall- und Wärmeschutz. | Kosten pro m2 *: 15 – 21 Euro (Holzfaserplatten)

Zellulose: Hitzeschutz aus Altpapier
Die aus Altpapier hergestellte Zellulose ist mit einem Marktanteil von 30 Prozent unter den ökologischen Dämmstoffen die Nummer Zwei. Das klassische Recyclingprodukt kann mit gutem sommerlichen Hitzeschutz auftrumpfen. Als Flocken wird Zellulose vorwiegend zur nachträglichen Dämmung von Fachleuten in Hohlräume eingeblasen. Dämmstoff-Platten aus Zellulose können Heimwerker ohne Schwierigkeiten selber einbauen. | Kosten pro m2 *: 21 Euro (Zelluloseplatten)

Hanf und Flachs: angenehm zu verarbeiten
Als anspruchslose Pflanze, die einen Anbau ohne Herbizide und Insektizide erlaubt, hat Hanf in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Der schnell wachsende Rohstoff wird zu Matten oder losem Stopfmaterial mit hervor-ragenden Wärme- und Schall-Dämmeigenschaften verarbeitet. Hanfdämmstoffe sind hautverträglich und staubarm. Auch Dämmplatten aus Flachs, die aus
den Stängeln der einheimischen Kulturpflanze gepresst werden, lassen sich angenehm verarbeiten. | Kosten pro m2 *: 14 – 19 Euro (Hanf)

Schilfrohr, Gras und Stroh: atmungsaktiv
Schilf ist wie Stroh besonders feuchtigkeitsresistent und atmungsfähig. Die wärmedämmende Wirkung beruht auf der im Rohrstängel eingeschlossenen sogenannten „ruhenden Luft“. Während Schilf nur begrenzt verfügbar ist, gibt es Stroh reichlich. Das landwirtschaftliche Abfallprodukt erlebt inzwischen als „Baustrohballen“ eine Renaissance. Die Ballen können für Wand-, Dach- und Fußbodenkonstruktionen verwendet werden. | Kosten pro m2 *: 14 – 19 Euro (Hanf) (Schilf); 5 Euro (Stroh)

Schafwolle: gut gegen Schadstoffe
Die wärmedämmenden Eigenschaften der Schafwolle sind jedem Pullover-Träger bekannt. Schafwolle eignet sich speziell für die Sanierung in Altbauten, da sie der Raumluft Schadstoffe entziehen kann. Sie kann bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ist elastisch und lässt sich auch von Heimwerkern verarbeiten: Schere, Tapetenmesser und Tacker genügen, um die
zu Vließen verarbeitete Schafwolle an Decken oder Dachschrägen anzubringen.  | Kosten pro m2 *: 12 – 16 Euro (Wolle)

Kork: resistent gegen Feuchtigkeit
Kork nimmt so gut wie keine Feuchtigkeit auf, deshalb hat sich der aus der Rinde der Korkeiche gewonnene Dämmstoff vor allem beim Einsatz in feuchtekritischen Innenraum-Bereichen etabliert. Korkplatten werden aus geschrotetem Rohkork hergestellt; der Dämmstoff ist aber auch als lose Schüttung erhältlich. | Kosten pro m2 *: 30 – 36 Euro (Korkplatte)

* der Kostenberechnung liegt ein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,30 W/m2K zugrunde

Foto: Baufritz

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