Ökodörfer – Weltflucht oder Zukunftslabor?

Die evangelische Akademie Tutzing hat eine spannende Tagung zum Thema Öko-Dörfer organisiert, bei der sich Ökodorf-BewohnerInnen, WissenschaftlerInnen, Journalisten und Interessierte über Keimzellen einer humaneren Gesellschaft und zukunftsweisende Wege des Zusammenlebens austauschten.

Weiter nur zuschauen und klagen über Globalisierung, Klimawandel, Treibhausgase, Ungleichheit, Lobbyismus, Krieg und – wenn auch nur indirekt – nicht nur Opfer, sondern auch Teilnehmer des weltzerstörenden Spiels sein?

Immer mehr Menschen gehen konsequent andere Wege und beginnen konkret, Keimzellen einer gerechten Welt umzusetzen, indem sie sich in Öko-Gemeinschaften zusammentun. Einige dieser Dörfer – KlosterGut Schlehdorf, Findhorn, Sieben Linden, ZEGG oder Schlossgemeinschaft Tempelhof – existieren seit Jahren oder Jahrzehnten und von deren Erfahrungen profitieren die zunehmenden Neugründungen.

All diese Gemeinschaften stehen vor neuen Herausforderungen wie der Abgrenzung von Privatem in Gemeinschaft, Freiheit versus Verantwortung, Verteilung von Arbeit und Einkommen oder dem Umgang mit Konflikten und unterschiedlichen Werteinstellungen.

Die Tagung der evangelischen Akademie bot die Möglichkeit, durch den Austausch untereinander auch voneinander zu lernen: Jedes Ökodorf hat seine Besonderheit:  Ökologisches Bauen, Permakultur, Entscheiden im Konsens, kreative Finanzierungsmöglichkeiten, Ideen zur Überwindung bürokratischer Hürden, zur Gemeinschaftsbildung oder Spiritualität als Basis für das Gedeihen.

Durch das Learning by doing werden so in schützenden Räumen neue Lebensformen erprobt, quasi Zukunftslabore für die anstehende „große Transformation“ unserer Gesellschaft.

Das macht Hoffnung: Je mehr sich der Zustand der Welt auch zuspitzen mag, basisdemokratische selbstorganisierte  Bewegungen schaffen mit viel Dynamik realistische Alternativen.

Mehr über die Tagung   und interessante YouTube Interviews zum Thema